US-Magazin Vanity Fair 

Trump und Amazon: „Er ist besessen - das ist Krieg“

Ostereierrollen am Weißen Haus
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Ein Krieg zu Ostern: wie Vanity Fair berichtet, will US-Präsident Trump den Krieg gegen Amazon „eskalieren“. 

Wie das US-Magazin Vanity Fair am Montag berichtete, ist Donald Trump laut verschiedenen Quellen „besessen“ von Jeff Bezos und seinem Internet-Unternehmen Amazon. Von „Krieg“ ist die Rede.

Washington - Nachdem Donald Trumps Twitter-Attacken auf den Internet-Riesen Amazon bereits in der vergangenen Woche für Aufsehen gesorgt haben, gibt das US-Magazin Vanity Fair jetzt noch tiefere Einblicke in die Auseinandersetzung zwischen dem Präsidenten und Amazon. Schon in der Überschrift des Artikels heißt es, es handle sich um eine persönliche Fehde. 

Der Autor deutet an, Trumps lange schwelender Hass auf Amazon und Jeff Bezos breche sich nun neue Bahnen, da Gary Cohn nicht mehr Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats und damit nicht länger Teil von Trumps Beraterstab sei. Cohn, ein ehemaliger Goldman-Sachs-Banker, der seine Position Anfang März aufgab, habe Trump davon abgehalten, Amazon öffentlich vorzuwerfen, der Post zu schaden. So habe Cohn dem Präsidenten erklärt, dass die Post von Amazon profitiere. Trump ist anderer Meinung und behauptet, die Post mache 1,50 Dollar Verlust pro Paket, das sie für Amazon ausliefert.

Post soll Lieferkosten für Amazon erhöhen

Nun da Gary Cohn Trump „nicht mehr im Nacken“ sitze, könne der US-Präsident öffentlich eine Neuverhandlung des Abkommens zwischen Amazon und der Post fordern. Der Präsident wolle, dass die Post die Lieferkosten für Amazon erhöht. Auch im Gespräch sei die Stornierung einer anstehenden Zusammenarbeit mit dem Pentagon, im Rahmen derer Amazon sich um Cloud-Computing-Dienstleisungen kümmern sollte. Als weitere mögliche Attacke wird erwähnt, man könne Generalstaatsanwälte in republikanischen Bundesstaaten dazu ermutigen, Ermittlungen zu Amazons Geschäftspraktiken einzuleiten. 

Vanity Fair zitiert vier Quellen, laut denen der Präsident seinen Krieg mit Amazon zu „eskalieren“ gedenkt, um dem Unternehmen weiter zu schaden. Trumps Twitter-Attacken hatten Amazons Börsenkurs bereits zugesetzt. „Er ist jetzt von Bezos besessen. Trump überlegt sich, wie er sich mit [Bezos] anlegen kann“, heißt es in den Zitaten.

Lesen Sie auch: So mogelt Trump auf Twitter

„Trump hat null Respekt für die “

Sogar Trumps Verbündete seien sich sicher, dass seine Wut auf Amazon vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die Washington Post Jeff Bezos gehöre. Für diese Zeitung habe der Präsident „null Respekt“. Trump habe seinen Beratern gesagt, er glaube Bezos nutze die Washington Post als politische Waffe, auch wenn der behaupte, er sei nicht in Entscheidungen der Redaktion eingebunden.

Der US-Präsident hat die Washington Post und viele andere Medien während seiner Kandidatur und seit seinem Amtsantritt immer wieder beschuldigt, Fake News zu verbreiten. Trump möge die New York Times nicht, aber er respektiere sie als Zeitung seiner Heimatstadt New York. Bei der Washington Post sei das anders, so die Quellen von Vanity Fair

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