US-Präsident in Südkorea

Trump fordert Nordkorea zu Verhandlungen auf - und droht heftig

Es ist die wohl heikelste Station von Trumps Asienreise. In Seoul wird jeder Satz des US-Präsidenten auf die Goldwaage gelegt. Er bietet Nordkorea Gespräche an - und setzt auf Säbelrasseln.

Seoul - Im Atomkonflikt mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump das Land zu Verhandlungen aufgefordert. "Es ergibt Sinn für Nordkorea, an den Tisch zu kommen, um eine Vereinbarung zu treffen, die gut ist für die Menschen in Nordkorea und für die Menschen in der Welt", sagte Trump am Dienstag in Seoul bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In. Zugleich drohte Trump, notfalls die "volle Bandbreite" militärischer Mittel gegen Nordkorea einzusetzen.

"Nordkorea ist eine weltweite Bedrohung, die weltweites Handeln erfordert", sagte Trump, der nach einem Besuch in Japan in Seoul eingetroffen war. Die USA und ihre Verbündeten machten hierbei "viele Fortschritte". China sei in dieser Frage "sehr hilfreich". "Wir hoffen, dass auch Russland hilfreich sein wird", sagte Trump.

„Es wird funktionieren - weil es funktionieren muss“

Zum Konflikt mit Nordkorea sagte Trump zuvor im Stützpunkt Camp Humphreys vor US-Soldaten: „Ich denke, wir werden in gewisser Zeit eine Menge Antworten haben. Am Ende wird alles funktionieren. Weil es immer funktioniert hat - weil es funktionieren muss.“

Was diese Bemerkungen für eine US- oder eine internationale Strategie im Konflikt um Nordkorea inhaltlich bedeuten, sagte Trump nicht.

Moons Besuch in Camp Humphreys war vorher nicht öffentlich gemacht worden. Humphreys liegt etwa 70 Kilometer südlich von Seoul, seine Erweiterung in den vergangenen Jahren wurde von Südkorea finanziert. 

US-Präsident Donald Trump (r.) spricht im US-Militärstützpunkt südlich von Seoul, neben ihm General Vincent Brooks.

Eine offizielle Begrüßungszeremonie für den US-Präsidenten folgte später am Amtssitz Moons in Seoul. Trump wurde von fähnchenschwenkenden Südkoreanern begrüßt, die sich begeistert zeigten. Zwar waren auch vorher US-Präsidenten hier gewesen, doch ist es der erste Staatsbesuch eines amerikanischen Präsidenten in Südkorea seit 25 Jahren. 

Moon sagte laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap beim Essen mit Trump: „Heute ist ein historischer Tag, weil es das erste Mal ist, dass die Präsidenten Südkoreas und der USA gemeinsam auf einer US-Militärbasis zusammenkommen, um ihre Truppen zu ermutigen.“ Wahre Freunde zeigten sich in schwierigen Zeiten, sagte Moon.

„Sie (die USA) sind unsere wahren Freunde, die für uns geblutet haben, als es Südkorea am schlechtesten ging“, sagte Moon. Er spielte damit auf den Korea-Krieg an. Die Allianz sei ein Eckpfeiler für Frieden und Wohlstand nicht nur auf der Halbinsel, sondern in der ganzen Region.

Der Trump-Konvoi in Seoul.

Vor dem Hintergrund der Krise um das Atomprogramm Nordkoreas gilt der zweitägige Besuch Trumps in Südkorea als besonders heikle Station seiner Asienreise. Der US-Präsident hatte mehrfach mit Alleingängen gegen Nordkorea gedroht, das unter anderem an der Entwicklung von Interkontinentalraketen arbeitet, die einen Atomsprengkopf bis auf das amerikanische Festland befördern können. Moon will einen neuen Krieg auf der koreanischen Halbinsel um jeden Preis vermeiden. 

Am Morgen hatte Trump noch aus Tokio Moon auf Twitter als „feinen Gentleman“ bezeichnet. „Wir werden es alles herausfinden!“, fügte er hinzu. Was genau er damit meinte, blieb zunächst offen.

Am Mittwoch will der US-Präsident eine Rede vor dem südkoreanischen Parlament halten. Anschließend reist er nach Peking weiter.

dpa/AFP/fn/Video: Glomex

Rubriklistenbild: © AFP

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