Russland zu Gesprächen bereit

Trump: Nordkoreas Verhalten hat Konsequenzen

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US-Präsident Donald Trump spricht in Warschau über Sicherheitsfragen. Foto: Evan Vucci

Vor seinem Auftritt beim G20-Gipfel in Hamburg setzt Donald Trump Zeichen. Von Warschau aus droht er mit Konsequenzen gegen Nordkorea. Am Abend wollte er dazu Gespräche mit Japan und Südkorea führen.

Warschau (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat eine harte Reaktion auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas angekündigt. "Wir werden dem sehr entschieden begegnen", sagte Trump bei seinem Besuch in Warschau.

In der polnischen Hauptstadt begann Trump seine dreitägigen politischen Gespräche in Europa. Anschließend wurde er am Nachmittag zum G20-Gipfel in Hamburg erwartet. Am frühen Abend ist ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geplant.

Nach dem Gespräch mit Merkel will Trump mit Japans Premierminister Shinzo Abe und Südkoreas Präsident Moon Jae-In über Nordkorea beraten. "Wir müssen öffentlich demonstrieren, dass ihr sehr schlechtes Verhalten zu Konsequenzen führen wird", sagte Trump.

Die Frage, ob er bereit sei, in Nordkorea militärisch einzugreifen, beantwortete Trump nicht. "Ich ziehe keine rote Linie", sagte er in Anspielung auf eine frühere Aussage seines Vorgängers Barack Obama zu Syrien. Jedoch gebe es eine Reihe sehr ernster Optionen. "Ich mag nicht darüber sprechen, was ich denke", sagte der US-Präsident.

Russland ist zu Gesprächen mit den USA über eine neue UN-Resolution gegen die autoritäre Führung in Nordkorea bereit. Sobald Vorschläge auf dem Tisch lägen, werde darüber beraten, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa der Agentur Interfax zufolge. Russland sei prinzipiell für eine friedliche Lösung des Konflikts, betonte sie.

Der UN-Sicherheitsrat hatte zuvor in einer Dringlichkeitssitzung über mögliche Reaktionen auf jüngste nordkoreanische Raketentests beraten. Die US-Botschafterin Nikki Haley kündigte eine Resolution mit "schärferen internationalen Antworten" an. Haley sagte, die USA seien bereit, in dem Konflikt die "volle Bandbreite" der Möglichkeiten zu nutzen. Dies schließe das Militär mit ein. Die UN-Vetomächte Russland und China hatten sich mehrfach gegen neue Sanktionen ausgesprochen.

Die USA sind auch wegen des Falles des US-Studenten Otto Warmbier verstimmt. Er war in Nordkorea inhaftiert und verurteilt worden. Später würde er wegen einer schweren Erkrankung nach Hause entlassen und lag im Koma. Warmbier starb kurz nach seiner Rückkehr in die USA.

Nordkorea hat am Dienstag nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Interkontinental-Rakete getestet. Bereits in den Wochen und Monaten zuvor hatte es eine Reihe von Raketentests gegeben, die der Westen scharf verurteilte und als Verstoß gegen UN-Resolutionen ansieht.

Die USA haben derzeit kein Interesse an einer militärischen Eskalation in Nordkorea. Es herrscht die allgemeine Einschätzung, dass ein Krieg auf der koreanischen Halbinsel zu einem großen Blutvergießen führen würde. Zunächst geht es Washington um eine Verschärfung der bestehenden Sanktionen gegen Nordkorea. Russland und China sind skeptisch und setzen auf verstärkten Dialog.

Trump kritisiert China scharf für ihre Nordkorea-Politik. Peking habe den Handel mit Pjöngjang zuletzt noch ausgedehnt. Nach Überzeugung des Weißen Hauses verfügt China über erhebliche wirtschaftliche Druckmittel, um Pjönjang zum Einlenken zu bewegen, nutzt diese aber nicht in ausreichendem Maße.

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