"Wir werden sehen, was passiert"

Trump: Militärische Lösung nicht "erste Wahl" im Umgang mit Nordkorea

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US-Präsident Donald Trump auf dem Flughafen Andrews.

Eine militärische Lösung des Nordkoreakonflikts ist für US-Präsident Donald Trump nicht die erste Option. Zuvor hatte er mit Chinas Präsident Xi Jinping telefoniert.

Im Umgang mit Nordkorea will US-Präsident Donald Trump nur im Notfall auf militärische Mittel setzen. Diese seien nicht die "erste Wahl" seiner Regierung zur Beilegung der Krise, sagte Trump am Mittwoch nach einem Telefonat mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin war in der Krisendiplomatie aktiv, mit Südkoreas Staatschef Moon Jae In rief er zur Deeskalation auf.

Trump sagte, seine Regierung gebe anderen Ansätzen den Vorzug, auch wenn sie militärische Mittel nicht ausschließe. "Wir werden sehen, was passiert", sagte er beim Einsteigen in den Präsidentenhubschrauber Marine One am Weißen Haus in Washington. Sein Gespräch mit Xi bezeichnete er als "sehr, sehr freimütig und sehr stark".

Wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, sagte Xi in dem Telefonat mit Trump, dass Peking für Nordkoreas atomare Abrüstung eintrete. Zugleich bekräftigte Xi, dass China zur Beilegung der Krise eine friedliche Verhandlungslösung befürworte.

Nach Angaben des Weißen Hauses telefonierte Trump in Sachen Nordkorea zuvor auch mit der britischen Premierministerin Theresa May und dem australischen Regierungschef Malcolm Turnbull. Er bekräftigte demnach, dass "nun nicht die Zeit für Gespräche mit Nordkorea" sei und dass "zur Verteidigung der USA und ihrer Verbündeten gegen die nordkoreanische Aggression alle Optionen offen" seien.

Im russischen Wladiwostok sagte Südkoreas Präsident Moon derweil nach einem Treffen mit Putin, beide seien sich einig, dass der Atomkonflikt "so schnell wie möglich" beigelegt werden müsse. Uneins sind beide Seiten aber weiter über eine Verschärfung der Sanktionen gegen Pjöngjang wegen des jüngsten Atomwaffentests.

Putin bekräftigte, dass er Strafmaßnahmen für den falschen Weg halte. "Nordkorea darf nicht in die Enge getrieben werden", sagte er. "Die Welt muss kühlen Kopf bewahren und alles vermeiden, was die Spannungen verschärfen könnte."

Moon forderte Russland dagegen auf, die Ölzufuhr für Nordkorea zu stoppen, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete. Putin erwiderte, dass dies Zivilisten und auch Krankenhäuser treffen würde. Russlands Ölimporte seien mit 40.000 Tonnen im Jahr im Übrigen unbedeutend.

Seoul befürwortet deshalb neue Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea. Die USA bereiten derzeit einen Resolutionsentwurf vor, die Vetomächte Russland und China lehnen ein solches Vorgehen jedoch ab.

Der Vorsitzende der deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Hartmut Koschyk, forderte eine europäische Initiative. In der "Passauer Neuen Presse" (Mittwochsausgabe) warnte der CSU-Politiker eindringlich vor einem militärischen Eingreifen der USA. "Ein Angriff würde eine Spirale von Gewalt und Gegengewalt mit unvorstellbaren Konsequenzen auslösen", sagte er.

Pentagonsprecherin Dana White sagte, Verteidigungsminister Jim Mattis habe in einem Telefonat mit seinem südkoreanischen Kollegen Song Young Moo Washingtons "eiserne" Entschlossenheit zur Verteidigung Südkoreas unterstrichen.

Mattis, ein als Hardliner bekannter ehemaliger General der Marineinfanterie, fügte demnach hinzu, "jegliche Bedrohung der USA, seiner Gebiete oder seiner Verbündeten" werde eine "massive, wirksame und überwältigende militärische Antwort" bekommen.

Pjöngjang hatte am Sonntag nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet. Nach einer neuen Einschätzung Japans hatte diese eine Sprengkraft von 160 Kilotonnen - mehr als zehnmal so viel wie die Atombombe, welche die US-Streitkräfte 1945 über Hiroshima abwarfen. Nach Satellitenaufnahmen, die Südkorea veröffentlichte, führte die Detonation zu Erdrutschen im Gebiet des nordkoreanischen Atomwaffentest-Geländes Punggye-ri.

AFP

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