„Eine der schlimmsten Massen-Gräueltaten“

Trump spricht über Massaker an Armeniern und ärgert Türkei

+
Tausende Demonstranten protestierten am Montag vor dem türkischen Konsulat in Los Angeles, Kalifornien, und forderten von der Türkei, ihre Schuld am Massaker an Armeniern in den 1915 bis 1917 einzugestehen.

Washington/Ankara - Mit Äußerungen zum Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg hat US-Präsident Donald Trump den Verbündeten Türkei verärgert. Der Präsident bezeichnete es als „schlimme Massen-Gräueltat“.

Bei dem 1915 beginnenden Massaker handele es sich um "eine der schlimmsten Massen-Gräueltaten des 20. Jahrhunderts", erklärte Trump am Montag anlässlich des jährlichen Gedenktages zu den Massentötungen. "Wir müssen an Gräueltaten erinnern, um zu verhindern, dass sie wieder geschehen", erklärte Trump.

Das türkische Außenministerium kritisierte die Äußerungen des US-Präsidenten als "Fehlinformation" und "falsche Definition". Die Türkei erwarte von der neuen US-Regierung, sich keine "einseitige historische Sichtweise von Kreisen zu eigen zu machen, die für ihren Hang zu Gewalt und Hassreden bekannt sind", hieß es in einer Erklärung. Die US-Regierung müsse "das Leiden aller Seiten in Betracht ziehen". Vor der türkischen Botschaft in Washington protestierten Anhänger beider Seiten, die von der Polizei auseinander gehalten wurden.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte, Trumps Äußerungen unterschieden sich nicht von denen früherer US-Regierungen. Das US-Außenministerium verwies darauf, dass Trump nicht von "Genozid" gesprochen habe.

Aus Sicht der Türkei, dem Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs, handelte es sich bei den Ereignissen in den Jahren 1915 bis 1917 um einen Bürgerkrieg zwischen Türken und Armeniern, bei denen beide Seiten zahlreiche Opfer zu beklagen hatten. Die Armenier sprechen dagegen von einem systematischen Völkermord der osmanischen Führung, dem 1,5 Millionen Armenier zum Opfer fielen. Auch der Bundestag hatte im vergangenen Jahr in einer Resolution erstmals von einem Völkermord gesprochen und damit die Türkei verärgert.

AFP

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

G20 warnen vor wirtschaftlichen Risiken des Handelskonflikts - Scholz sieht auch Chance

Angesichts des Handelskonflikts zwischen den USA, China und der EU haben die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vor Gefahren für die Weltwirtschaft gewarnt. Olaf …
G20 warnen vor wirtschaftlichen Risiken des Handelskonflikts - Scholz sieht auch Chance

Verwirrende Aussage: Trump verwechselt seinen Großvater mit seinem Vater

In einem Fernsehinterview macht US-Präsident Donald Trump verwundernde Angaben zur Herkunft seiner Eltern. Kommt sein Vater etwa aus Deutschland?
Verwirrende Aussage: Trump verwechselt seinen Großvater mit seinem Vater

Neuer Brexit-Minister stellt Schlussrechnung infrage

Die Uhr tickt, aber die Verhandlungen zwischen London und Brüssel verlaufen weiter sehr zäh. Der neue Brexit-Minister Dominic Raab legt jetzt nochmals in Sachen …
Neuer Brexit-Minister stellt Schlussrechnung infrage

CSU-Politiker über #ausgehetzt-Demonstranten: „Übelste Hetze ohne jeglichen Anstand“

Zehntausende demonstrierten in München gegen die CSU-Politik. Die Partei versuchte mit einer einer eigenen Kampagne gegenzusteuern. Jetzt reagieren CSU-Politiker mit …
CSU-Politiker über #ausgehetzt-Demonstranten: „Übelste Hetze ohne jeglichen Anstand“

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.