Fauxpas oder Kalkül?

Trump spricht vor UN-Generalversammlung: Ein Thema lässt er bewusst aus

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US-Präsident Donald Trump sprach vor der UN-Generalversammlung.

Trump nennt die Erde vor der UN-Generalversammlung als „großen, prächtigen Planeten“. Doch er vergisst, auf die Risiken einzugehen.

New York - Klimawandel - war da was? US-Präsident Donald Trump hat bei seiner Ansprache vor der UN-Generalversammlung am Dienstag in New York ausgerechnet das unter den Tisch fallen lassen, was viele als größte Herausforderung der Menschheit erachten. Trump bezeichnete die Erde an einer Stelle zwar als „großen, prächtigen Planeten“, nicht aber, um im Anschluss etwa auf die gewaltigen Risiken einzugehen, die der Klimawandel für das Leben auf ihm birgt.

Der US-Präsident ging stattdessen zum Beispiel auf die Stärke und den Wohlstand seines Landes ein. Er machte den Iran für Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich, warf China unfaire Handelspraktiken vor oder kritisierte die Macht großer sozialer Netzwerke.

Trump vollzieht Themenwechsel 

Am Montag hatte der Klimawandel bei den Vereinten Nationen in New York noch im Mittelpunkt gestanden. Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg hielt eine emotionale Wutrede und warf den Politikern darin vor, mit ihrer Trägheit in der Klimakrise die junge Generation verraten zu haben. Danach hatte sich Trump überraschend über die 16-Jährige geäußert.

Die USA sind laut US-Umweltbehörde mit einem Ausstoß von rund 6,5 Milliarden Tonnen CO2 hinter China der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Trump bezweifelt allerdings, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist. Beim UN-Klimagipfel hatte er sich nur kurz blicken lassen.

Trump findet, dass viel von Chinas Handeln abhängt

Trump in der Generaldebatte auch über die Proteste in Hongkong gesprochen. Er hat China offen dazu aufgerufen, die Freiheit Hongkongs zu respektieren. Die Welt erwarte uneingeschränkt, dass die chinesische Regierung ihren bindenden Vertrag einhalte, der mit den Briten geschlossen sei und in dem sich China verpflichte, die Freiheit, das Rechtssystem und die demokratischen Lebensweisen von Hongkong zu schützen, sagte Trump am Dienstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York mit Blick auf die Massenproteste in Hongkong.

„Die Art und Weise, wie China mit der Situation umgeht, wird viel über seine künftige Rolle in der Welt aussagen“, sagte Trump. Er betonte, die US-Regierung beobachte die Entwicklung in Hongkong genau. „Wir alle zählen auf Präsident Xi als großen Anführer.“

Seit vier Monaten demonstrieren Hongkonger gegen die eigene Regierung, die kommunistische Führung in Peking und ihren wachsenden Einfluss auf die frühere britische Kronkolonie. Auch werden freie Wahlen gefordert. Seit der Rückgabe 1997 an China wird das Territorium unter chinesischer Souveränität nach dem Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“ autonom regiert. Anders als die Menschen in der Volksrepublik genießen die Hongkonger Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, sehen diese aber zunehmend bedroht.

dpa

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