Tweet an Comeys Adresse

Trump droht Ex-FBI-Direktor und beschuldigt Sprecher

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Wurde sein Wahlkampf-Team von Russland aus beeinflusst? Donald Trump steht unter Druck.

Washington - Wegen der Entlassung von FBI-Direktor James Comey steht Donald Trump unter Druck. Der Präsident erklärte jetzt, warum seine Pressebriefings sich selbst widersprechen. Für Comey hatte er eine Drohung parat.

US-Präsident Donald Trump hat versucht, die Unterschiede zwischen seinen eigenen Worten und den Darstellungen seiner Sprecher zu begründen. Er sei ein sehr aktiver Präsident und viele Dinge geschähen, schrieb Trump am Freitagmorgen (Ortszeit) im Kurznachrichtendienst Twitter.

Unter Bezug auf die meist täglichen Pressebriefings im Weißen Haus sieht Trump deswegen als Konsequenz: „Es ist meinen Stellvertretern nicht möglich, mit perfekter Präzision auf dem Podium zu stehen!“

In einem zweiten Tweet schrieb Trump: „Vielleicht wäre es das beste, alle künftigen „Presse Briefings“ zu canceln und statt dessen schriftliche Stellungnahmen zu verteilen, um der Sorgfalt genüge zu tun???“ 

Zudem ging Trump pauschal wieder die Medien los: Die „Lügenpresse“ arbeite heute mal wieder eine Extraschicht“, wetterte er.

Wiederholte widersprüchliche und falsche Angaben

Trumps Sprecher Sean Spicer und seine Sprecherin Sarah Sanders haben in der Affäre um die Entlassung des FBI-Direktors James Comey wiederholt widersprüchliche und im Nachhinein falsche Angaben gemacht. Selbst kritische US-Medien wiesen am Freitag aber darauf hin, dass der Ursprung der Widersprüche und wechselnder Erklärungen der Präsident selbst sei und nicht seine Sprecher.

Für James Comey hatte Trump eine Warnung via Twitter parat: Der Ex-FBI-Direktor solle bevor er Geheimnisse an die Medien verrate besser hoffen, „dass es über unsere Konversationen keine Tonbänder gibt“. Der Präsident wollte offenbar andeuten, dass er über für Comey unangenehme Informationen verfüge. US-Medien interpretierten den Tweet so, dass Trump offensichtlich Angst vor etwaigen Informationen Comeys habe.

Ob es tatsächlich Mitschnitte der Gespräche zwischen Trump und Comey gibt, blieb aber unklar. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern. "Der Präsident habe dem nichts hinzuzufügen", sagte Spicer zu der Twitter-Botschaft.

Die Twitter-Eruption des Präsidenten heizte die Spekulationen um den Inhalt der Gespräche zwischen Trump und Comey an. Laut "New York Times" hatte Trump bei einem Abendessen eine Woche nach seinem Amtsantritt im Januar von dem FBI-Chef verlangt, seine "Loyalität" zu ihm zu bekunden. Dies habe ihm Comey verweigert.

Stattdessen habe der FBI-Chef lediglich versichert, dass er zu dem Präsidenten immer ehrlich sein werde, berichtete die Zeitung unter Berufung auf zwei Comey-Vertraute. Diese glaubten nun, dass dieses Gespräch der Anfang vom Ende seiner Amtszeit gewesen sei.

Lesen Sie auch: Russische Fotos aus dem Oval Office bringen Trump in Verlegenheit

dpa/AFP

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