Trumps ehemaliger Chefstratege im Visier der Russland-Ermittler

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Bei der Befragung im Geheimdienstausschuss beantwortete Steve Bannon zahlreiche Fragen zunächst nicht.

Für Steve Bannon läuft es nicht so richtig gut. Einst als der „dunkle Lord“ hinter Trump gezeichnet, ist er inzwischen tief gefallen. Jetzt gerät er auch in der Russland-Affäre unter Druck.

Washington - Bei der Untersuchung mutmaßlicher Russland-Verbindungen des Wahlkampflagers von US-Präsident Donald Trump rückt zunehmend dessen ehemaliger Chefstratege Steve Bannon in den Fokus. Nachdem Bannon am Dienstag hinter verschlossenen Türen vom Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses vernommen worden war, will nun auch Sonderermittler Robert Mueller den einstigen Wahlkampf-Chef Trumps anhören. Bannon soll vor einer Grand Jury aussagen, berichteten die „New York Times“ und die „Washington Post“. Es gebe aber Bestrebungen Bannons, etwa gegen die Zusage von Kooperation, einen informelleren Rahmen zu wählen.

Bannons politische Karriere hatte nach dem Erscheinen des Enthüllungsbuches „Fire and Fury“ („Feuer und Zorn“) Anfang Januar einen heftigen Dämpfer erlitten. Gegenüber Autor Michael Wolff hatte er sich sehr kritisch über Trumps Familie geäußert. So bezeichnete er ein Treffen von Trumps ältestem Sohn Donald und seinem Schwiegersohn Jared Kushner mit einer russischen Anwältin im Wahlkampf 2016 als „Verrat, unpatriotisch und üblen Mist“.

Trump brach daraufhin öffentlich mit seinem einstigen Wahlkampfchef und Berater. Bannon verließ zudem die Nachrichtenseite „Breitbart News“ und verlor in der Milliardärsfamilie Mercer einen seiner wichtigsten Geldgeber.

Äußerungen bezüglich Trump Junior erscheinen in neuem Licht

Bei der Befragung im Geheimdienstausschuss beantwortete Bannon nach Angaben des demokratischen Ausschussmitgliedes Adam Schiff zahlreiche Fragen nicht. Das Weiße Haus habe ihn dazu aufgefordert, sich entsprechend zu verhalten, sagte Schiff unter Berufung auf Bannons Anwalt. Bannon berief sich offenbar auf ein Privileg zur Zurückhaltung von Informationen, dass dem Präsidenten zusteht. Regierungssprecherin Sarah Sanders widersprach dem. Es habe keine Anweisung an Bannon gegeben, nicht transparent zu sein.

Der Ausschuss kann Bannon nun erneut einbestellen und unter Eid vernehmen. Ob es dazu kommen wird, war zunächst ungewiss. Der republikanische Abgeordnete Mike Conaway erklärte: „Es gab Fragen, die nicht beantwortet wurden, und wir werden das klären, um die Antworten zu erhalten.“

Die Fragen an Bannon gehen in Teilen auf Aussagen von ihm zurück, die in Wolffs Buch zitiert wurden. Darin nannte er ein von Trump-Sohn Donald Jr. organisiertes Treffen unter anderem mit einer russischen Anwältin „verräterisch und unpatriotisch“. Bannon deutete weiter an, dass auch Trump Senior den Besuch aus Russland empfangen haben könnte. Die Chance, dass der Sohn seine Gäste dem Vater nicht persönlich vorgestellt habe, sei „gleich Null“ hatte Bannon laut dem Buch gesagt.

Trump hatte seinen ehemaligen Intimus nach der Buch-Veröffentlichung scharf angegriffen und erklärt, Bannon habe „den Verstand verloren“. Bannon äußerte sich daraufhin in einer Mitteilung zurückhaltend und erklärte, er sei in Teilen falsch zitiert worden.

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