Buchungszahlen steigen

Türkei fordert von Deutschland Entschärfung von Reisehinweis

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Leerer Strand in Antalya. Foto: Marius Becker/Illustration

Die Buchungszahlen aus Deutschland für die Türkei steigen wieder deutlich an. Das freut die türkische Regierung.

Antalya - Der türkischen Regierung ist allerdings der Reisehinweis des Auswärtigen Amtes ein Dorn im Auge, der Bundesbürger weiterhin vor willkürlichen Festnahmen warnt. Sie fordert die Bundesregierung auf, die in der politischen Krise der beiden Staaten verschärften Reisehinweise für die Türkei wieder zu entschärfen.

"Wir erwarten von unseren deutschen Ansprechpartnern positive Botschaften gegenüber der Türkei", sagte Tourismusminister Numan Kurtulmus an diesem Donnerstag vor deutschen Journalisten in Antalya.

Diese Botschaften sollten beinhalten, "dass es für deutsche Bürger nicht gefährlich ist, die Türkei zu besuchen". Kurtulmus zeigte sich zuversichtlich, dass der Tourismus die Krise der vergangenen zwei Jahre überwunden habe und dass auch die Zahl der deutschen Urlauber deutlich steigen werde.

Die Regierung in Ankara bemüht sich seit kurzem wieder um eine Normalisierung der Beziehungen zu Berlin. Deutsche Touristen stellten noch bis 2016 die größte Urlaubergruppe in der Türkei, doch brach ihre Zahl da schon deutlich ein. 2017 setzte sich der Rückgang fort. Der Grund waren Terroranschläge und ein Putschversuch in der Türkei sowie politische Spannungen zwischen Ankara und Berlin, die ihren Ursprung auch in der Festnahme deutscher Staatsbürger hatten.

Im Juli 2017 verschärfte das Auswärtige Amt daher die Sicherheitshinweise, in denen seitdem vor willkürlichen Festnahmen gewarnt wird, zu denen es in allen Landesteilen "einschließlich der touristisch frequentierten Regionen" kommen könne. Reiseveranstalter berichten, dass die Zahl der Buchungen in Deutschland für die Türkei für dieses Jahr dennoch wieder deutlich zugenommen habe.

Um 30 Prozent stiegen die ausländischen Touristen 

Von 2015 auf 2016 war die Zahl der ausländischen Touristen in der Türkei um gut 30 Prozent auf 25,4 Millionen zurückgegangen. Einen ähnlichen Rückgang verzeichnete die Gruppe der deutschen Urlauber, von denen 2016 nur noch 3,9 Millionen in die Türkei kamen.

Kurtulmus sagte, 2017 hätten 32,4 Millionen ausländische Touristen die Türkei besucht - nur noch knapp zwei Millionen weniger als im Vorkrisenjahr 2015. Sie hätten für einen Umsatz von geschätzt 26 Milliarden Dollar gesorgt. Der Minister sagte, im Jahr 2023 - dem hundersten Jahr der Republikgründung - strebe die Türkei 50 Millionen ausländische Besucher und einen Umsatz von 50 Milliarden Dollar an. Er rechnete damit, dass sechs bis sieben Millionen dieser avisierten 50 Millionen Besucher aus Deutschland kommen würden.

Subventionen für Charterflieger in die Türkei werden fortgesetzt

Kurtulmus kündigte außerdem an, die in der Krise 2016 eingeführten Subventionen für Charterflieger in die Türkei würden mindestens noch in diesem und dem nächsten Jahr fortgesetzt. Bis zum Jahreswechsel bezuschusste die Regierung jeden Flug mit mindestens 100 Passagieren mit 6000 Dollar. Nun solle die Förderung saisonal gestaffelt werden und zwischen 1500 und 9000 Dollar pro Maschine liegen, sagte er. Im Haushalt 2018 seien dafür 220 Millionen Dollar veranschlagt.

dpa

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