Nach gescheitertem Putschversuch

Türkei: Regierung entlässt erneut tausende Staatsangestellte

+
Der türkische Premierminister Binali Yildirim.

Ankara - Knapp sieben Monate nach dem gescheiterten Putschversuch hat die türkische Regierung erneut tausende Staatsangestellte ihrer Ämter enthoben.

Das Dekret der Regierung, das am Dienstagabend veröffentlicht wurde, betrifft 4464 Staatsangestellte. Unter den Entlassenen sind 2585 Bedienstete des Bildungsministeriums, 893 Mitglieder der Gendarmerie und 88 Angestellte des öffentlichen Fernsehsenders TRT. Zudem wurden 330 Wissenschaftler zumeist aus dem Bereich Pädagogik entlassen.

Seit dem Putschversuch hat die türkische Regierung mehr als 100.000 Angestellte entlassen - unter ihnen Beamte, Richter, Professoren und Sicherheitskräfte. Mehr als 40.000 Menschen wurden festgenommen. Zuletzt waren am 7. Januar Entlassungen verkündet worden; damals traf es 8400 Staatsangestellte.

Westliche Partnerländer der Türkei sowie Menschenrechtsorganisationen hatten sich in den vergangenen Monaten wiederholt besorgt über die Repressionen geäußert. Die türkische Regierung macht die Bewegung des im US-Exil lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Sie rechtfertigt die Massenentlassungen damit, den Einfluss Gülens durch seine Anhänger auf den Staatsapparat zurückzudrängen.

afp

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Trump räumt russische Einmischung in US-Wahl ein

Nach seinen Aussagen beim Gipfel mit Kremlchef Putin schlägt US-Präsident Trump in der Heimat eine Welle der Empörung entgegen. Trump verteidigt das Treffen erst - dann …
Trump räumt russische Einmischung in US-Wahl ein

Merkels Sommerurlaub: Aktuelle Planung gibt Rätsel auf

Die Urlaubsplanung von Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt derzeit einige Rätsel auf. Reist ihr Mann Joachim Sauer etwa ohne sie nach Südtirol?
Merkels Sommerurlaub: Aktuelle Planung gibt Rätsel auf

Abschiebung von Sami A. hat parlamentarisches Nachspiel

Ging bei der Abschiebung des Islamisten Sami A. nach Tunesien alles mit rechten Dingen zu? Das will jetzt auch der Düsseldorfer Landtag klären. Grünen-Chef Habeck hat …
Abschiebung von Sami A. hat parlamentarisches Nachspiel

Trump geht nach Putin-Fiasko in die Offensive - mit Angriff auf „Ex-Superstar“ Angela Merkel

Nach Helsinki geht Donald Trump wieder in die Offensive - mit dem Thema Flüchtlingspolitik und einem seiner Lieblingsziele: Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Trump geht nach Putin-Fiasko in die Offensive - mit Angriff auf „Ex-Superstar“ Angela Merkel

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.