Fall Adil Öksuz

Türkischer Minister wirft Deutschland Schutz von „Mördern“ vor

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Ömer Celik bei einer Pressekonferenz in Brüssel im Juli

Neue Spitzen aus der Türkei: EU-Minister Ömer Celik wirft Deutschland vor, Putschisten und „Mörder“ zu schützen.

Ankara - Der mögliche Aufenthalt eines mutmaßlich hochrangigen Putschisten in Deutschland sorgt in der Türkei für Unmut. Alleine, dass die Möglichkeit bestehe, dass der von der Türkei gesuchte Adil Öksuz von „einem Freund und Verbündeten beschützt“ werde, sei „äußerst bedauerlich“ und „befremdlich“, sagte der türkische EU-Minister Ömer Celik am Donnerstag in Ankara auf die Frage eines Journalisten. „Keiner unserer Freunde kann einen Mörder beherbergen.“

Celik sagte, es sei „klar“, dass sich hochrangige Gülen-Anhänger in Deutschland versteckt hielten. Die Türkei macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Umsturzversuch verantwortlich und wirft Deutschland beharrlich vor, mutmaßlichen Putschisten Schutz zu bieten.

Die Türkei hatte am Vortag einen konkreten Fall angesprochen und in einer offiziellen Note an das Auswärtige Amt (AA) die Auslieferung von Ö. gefordert. Laut türkischen Medienberichten soll sich der islamische Theologe und mutmaßlicher Wortführer beim Putschversuch vom 15. Juli 2016 in Deutschland aufhalten. Ein AA-Sprecher hatte am Mittwoch gesagt, man wisse nicht, ob Ö. in der Bundesrepublik sei, werde den Fall aber prüfen.

Auch Kritik an Merkel 

Kritik übte Celik auch an Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Aussetzung der laufenden Gespräche über die Ausweitung der EU-Zollunion mit der Türkei. Ihre Äußerung von Mittwoch sei "bedauerlich", sagte der türkische Europaminister Ömer Celik am Donnerstag in Ankara. Die bilateralen Spannungen zwischen der Türkei und Deutschland dürften nicht das Verhältnis zur EU in Mitleidenschaft ziehen.

"Es gibt keinerlei Vertiefung, und es gibt auch nur Vorbeitrittshilfen dort, wo wir genau wissen, wo das Geld hingeht", hatte Merkel in einem Interview mit jungen Bloggern mit Blick auf die im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses gezahlte Unterstützung gesagt. Sie betonte, sie sei nie ein großer Befürworter des EU-Beitritts der Türkei gewesen und habe die seit 2005 laufenden Beitrittsgespräche "immer ergebnisoffen geführt".

dpa/AFP/fn

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