Zahlen der Ausländerbehörde

Überraschendes Ranking: Dieses Bundesland schiebt am strengsten ab

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Abgelehnte Asylbewerber steigen in Rheinmünster im Rahmen einer landesweiten Sammelabschiebung in ein Flugzeug.

Das CSU-regierte Bayern rühmt sich gerne einer besonders konsequenten Abschiebepraxis. Der Vergleich mit den anderen Bundesländern zeigt aber, dass das heiße Luft ist.

Bild.de hat vom Ausländerzentralregister erfasste Zahlen veröffentlicht. Sie zeigen schwarz auf weiß, wie viel Prozent der ausreisepflichtigen Asylbewerber ohne Duldungsstatus tatsächlich in ihr Heimatland zurückgeführt werden. Auf Platz 1 liegt demnach das Saarland: 114 Menschen wurden von dort abgeschoben, 174 waren ausreisepflichtig: Das entspricht einer Abschiebe-Quote von 65,5 Prozent. Das CDU-regierte Saarland - zweitkleinstes Bundesland - agiert damit bei Abschiebungen am effektivsten.

Auf Platz zwei folgt Thüringen, ausgerechnet ein Bundesland, das von einer rot-rot-grünen Koalition regiert wird. Solchen Ländern wirft Bayern bekanntlich gerne eine zu lasche Abschiebepraxis vor. Hier wurden von Januar bis August 2017 52 Prozent der Ausreisepflichtigen rückgeführt.

Bayern liegt auf Platz 10

In Bayern ist die Abschiebe-Quote deutlich niedriger: Sie liegt bei 23,2 Prozent. Von den 9349 ausreisepflichtigen Asylbewerbern wurden 2166 abgeschoben. Das bedeutet Platz 10 für das flächenmäßig größte, tiefschwarze Bundesland. 

Vor Bayern liegen im Abschiebe-Ranking die folgenden Länder: Mecklenburg-Vorpommern (46,2 Prozent), Rheinland-Pfalz (38,9 Prozent), Baden-Württemberg (35,3 Prozent), Hamburg (26,5 Prozent), Brandenburg (25,5 Prozent), Schleswig-Holstein (24,3 Prozent) und Sachsen-Anhalt (24 Prozent). 

Das Schlusslicht der Rangfolge bildet Bremen: Hier wurden nur 9,9 Prozent der Ausreisepflichtigen zurück in ihr Herkunftsland gebracht. Bundesweit liegt die Quote bei 23,6 Prozent. 

Über Einwanderung und die Obergrenze diskutiert wurde am Mittwoch bei Sandra Maischberger.Ein syrischer Flüchtling, der eingeladen war, kam jedoch kaum zu Wort.

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