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Ukraine-Krieg: Mariupol eingekesselt – Separatisten belagern 430.000-Einwohnerstadt

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Von: Tobias Utz

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Soldaten in Mariupol
Soldaten der Miliz der Donezker Volksrepublik (DPR) sitzen auf gepanzerten Fahrzeugen auf einer Straße außerhalb von Mariupol. Die Aufnahme stammt vom Dienstag (01.03.2022). (Archivfoto) © Ivan Rodionov/Imago Images

Mit Mariupol könnte Russland eine strategisch wertvolle Hafenstadt in der Ostukraine erobern. Die Separatisten warnen die Bevölkerung.

Update vom Donnerstag, 03.03.2022, 08.00 Uhr: Pro-russische Separatisten haben mit weiteren Angriffen auf die Hafenstadt Mariupol gedroht. Die russische Nachrichtenagentur Interfax vermeldete, dass Mariupol gezielt angegriffen werden könnte, sollte sich die ukrainische Armee nicht kampflos ergeben.

Die Hafenstadt ist mittlerweile nahezu eingekesselt. Separatistische Truppen belagern rund 430.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Separatisten starten Angriff auf Hafenstadt Mariupol - Mehr als 100 Verletzte

Update vom Mittwoch, 02.03.2022, 07.00 Uhr: Bei russischen Luftangriffen auf die Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine sind nach Angaben von Bürgermeister Wadym Bojtschenko bereits mehr als 100 Bewohner verletzt worden. „Die Zahl verwundeter Zivilisten wächst jeden Tag“, sagte Bojtschenko der Agentur Unian zufolge in der Nacht zu Mittwoch. „Heute sind 128 Menschen in unseren Krankenhäusern. Unsere Ärzte gehen nicht einmal mehr nach Hause.“ Zuletzt habe sich die Situation in der Stadt zunächst gebessert, dann aber sei ein neuer Angriff erfolgt. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Die ukrainische Hafenstadt Mariupol ist Ziel der russischen Armee.
Die ukrainische Hafenstadt Mariupol ist Ziel der russischen Armee. © Evgeniy Maloletka/dpa

Separatisten starten Angriff auf Hafenstadt Mariupol

Erstmeldung vom Dienstag, 01.03.2022, 15.00 Uhr: Mariupol – Während Russland* Charkiw bombardiert und Kiew belagert, entwickelt sich in Mariupol ein weiterer Brandherd im Ukraine-Konflikt*. Russische Separatistengruppen wollen die Stadt einkesseln. Deshalb erfolgte bereits am Dienstagvormittag (01.03.2022) der Aufruf an die Bevölkerung, Mariupol widerstandslos zu verlassen. Dafür wurden von einem Sprecher zwei „humanitäre Korridore“ angekündigt. Bis Mittwoch hätten sie dafür Zeit.

„Die Aufgabe für heute ist es, Mariupol einzukreisen“, zitierte die Nachrichtenagentur RIA Denis Puschilin, Anführer der Separatisten in Donezk. „Wir garantieren die Sicherheit auf Abschnitten der Fernstraße E58 sowohl in Richtung der Region Saporischschja als auch in Richtung des Territoriums der Russischen Föderation“, so Eduard Bassurin, Sprecher der Aufständischen.

Ukraine-Krieg: Separatisten wollen Mariupol einnehmen

Die Separatisten nähren dabei das von Wladimir Putin oftmals genannte Narrativ der „Entnazifizierung“ der Ukraine. Die Aufständischen sehe es als ihr Aufgabe an, die Ukraine* von „Nationalisten“ zu befreien. Russlands Außenminister Lawrow bezeichnete am Dienstag die ukrainische Regierung um Präsident Selenskyj als ein „Neonaziregime“.

Die Hafenstadt Mariupol gilt als strategisch wichtiger Eroberungspunkt der russischen Invasion. Die Truppen Putins rücken derzeit von zwei Flanken entlang der Küste – dem Asowschen Meer – vor. Die Eroberung Mariupols würde die Streitkräfte zusammenschließen. (tu mit dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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