Fokus auf die Krim-Krise

Ukrainischer Präsident Selenskyj und Wladimir Putin telefonieren - Gefangenenaustausch möglich

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Präsident der Ukraine Selenskyj sieht sein Land als „Teil der europäischen Familie“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Wladimir Putin ein Treffen angeboten. Am Donnerstag kam es erstmals zu einem Telefonat zwischen beiden.

Update vom 12. Juli 2019:

Russland will nach dem Telefonat des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Kremlchef Wladimir Putin weiter in Richtung eines Gefangenenaustausches arbeiten. Dies geschehe auf Expertenebene, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Agentur Interfax zufolge. Wegen des Ukraine-Konflikts und im Zuge der Kämpfe zwischen ukrainischen Regierungstruppen und der aus Russland unterstützten Separatisten im Kriegsgebiet Donbass gibt es auf beiden Seiten Gefangene.

Peskow sagte, dass der erste Anruf Selenskyjs bei Putin am Donnerstag ein wichtiges Signal gewesen sei. Zur Atmosphäre des Gesprächs sagte er, dass es ein erstes Telefonat zum Kennenlernen gewesen sei. „Die Unterhaltung hatte einen ziemlich pragmatischen Charakter“, sagte Peskow. Insgesamt habe das Gespräch 20 Minuten gedauert.

Ukrainischer Präsident Selenskyj und Wladimir Putin telefonieren - Ukraine-Konflikt Thema

Update vom 11. Juli 2019: Erstmals haben die Präsidenten der Ukraine und Russlands, Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin, miteinander telefoniert. In dem Gespräch sei es auch um den Ukraine-Konflikt gegangen, teilte der Kreml am Donnerstagabend in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit.

Update vom 8. Juli 2019: Der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem russischen Staatschef Wladimir Putin ein Treffen angeboten. In einer am Montag veröffentlichten Videobotschaft an Putin sagte Selenskyj: "Müssen wir reden? Ja, das müssen wir. Lasst es uns angehen." Selenskyj schlug vor, über die 2014 von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim sowie den Konflikt in der Ostukraine zu sprechen, wo ukrainische Truppen gegen prorussische Separatisten kämpfen.

Bei seiner Amtseinführung im Mai hatte der ehemalige Schauspieler und Komiker diese beiden Themen zu seinen Hauptanliegen erklärt. Bei den Gesprächen mit Putin wolle er US-Präsident Donald Trump, die britische Premierministerin Theresa May, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den französischen Präsidenten Emmanuel Macron dabei haben, sagte Selenskyj weiter.

Selenskyj will Putin treffen: Deutschland und Frankreich als Vermittler

Ein Sprecher des Kreml gab an, den Vorschlag vorerst nicht kommentieren zu wollen. Es handele sich um ein "völlig neues Format". Es müsse zunächst geprüft werden, welche Aussichten ein Treffen dieser Art habe.

Bislang vermitteln Deutschland und Frankreich im sogenannten Normandie-Format gemeinsam zwischen der Ukraine und Russland in dem Konflikt. In der Ostukraine kämpfen seit fünf Jahren prorussische Separatisten und Regierungstruppen gegeneinander. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 13.000 Menschen getötet.

Berlin - „Die Ukraine ist bereits ein Teil der europäischen Familie. Die Ukraine möchte die europäische Integration, die den größten Wunsch unseres Volkes darstellt“, sagte Selenskyj der Bild-Zeitung. „Wir sehen jedoch ein, dass wir überzeugende Ergebnisse liefern müssen, um dem gemeinsamen Wirtschafts-, Rechts-, Zoll- und digitalen Raum der EU beizutreten.“

Selenskyi will in die EU - am Dienstag Besuch bei Merkel und Steinmeier

Selenskyj kommt an diesem Dienstag zu seinem ersten Besuch nach Berlin, um Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu treffen. Im Mittelpunkt stehen die Bemühungen, wieder Bewegung in den festgefahrenen Friedensprozess für die Ostukraine zu bringen. Dort bekämpfen sich seit fünf Jahren ukrainische Regierungstruppen und pro-russische Separatisten. Deutschland und Frankreich sind in dem Konflikt Vermittler.

Zur Nato-Erweiterung sagte Selenskyj der Zeitung, sie habe sich als wirksames Werkzeug erwiesen, um die Sicherheit in der Region zu gewährleisten. Die Ukraine habe ihr Bestreben, der Nato ebenfalls beizutreten, offiziell verkündet. „Als Erstes möchte ich die Nato-Standards in den ukrainischen Streitkräften und in unserem Sicherheitssektor umsetzen. Die Ukraine ist bereits ein verlässlicher Partner der Nato und in der Zukunft können wir ein verlässliches Mitglied der Allianz werden.“

Der angepeilte EU-Beitritt könnte weiteren Zündstoff für die angespannte Beziehung der Ukraine zu Russland bieten. Bereits nach der Wahl Selenskyjs waren harte Worten ausgetauscht worden.

dpa

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