Russlandpolitik der FDP

Ukraines Außenminister kritisiert Lindner für Krim-Vorstoß

+
FDP-chef Christian Lindner dringt auf eine Verbesserung der Beziehungen zu Russland. Lindner hatte gesagt, er fürchte, die Krim zunächst als dauerhaftes Provisorium ansehen zu müssen. Foto: Soeren Stache

Sicherheit in Europa hängt nach Ansicht des FDP-Vorsitzenden Lindner auch von den Russland-Beziehungen ab. Er sprach sich für eine Annäherung und eine Anerkennung der Krim als "dauerhaftes Provisorium" aus. Dafür erntet er scharfe Kritik seitens der Ukraine.

Berlin (dpa) - Der Vorstoß von FDP-Chef Christian Lindner zur Verbesserung der Beziehungen zu Moskau und einer "Einkapselung" des Krim-Konflikts ist in der Ukraine auf scharfe Kritik gestoßen.

"Wir sind sehr beunruhigt, dass manche Politiker wie jetzt FDP-Chef Christian Lindner immer wieder versuchen, die offensichtlichen Verletzungen des Völkerrechts zu ignorieren oder sogar zu rechtfertigen", sagte Außenminister Pawel Klimkin der "Bild"-Zeitung (Mittwoch). "Dadurch ermutigen sie den Aggressor zu weiteren Verbrechen und verwandeln sich in Mitbeteiligte an Putins Verbrechen." Vielmehr müsse weiterhin mit allen politischen und diplomatischen Mitteln für die "Befreiung der Krim" gekämpft werden.

Lindner hatte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Wochenende eine Verbesserung der Beziehungen zu Russland angemahnt. Es müsse Angebote geben, damit der russische Präsident Wladimir Putin ohne Gesichtsverlust seine Politik verändern könne. "Um ein Tabu auszusprechen: Ich befürchte, dass man die Krim zunächst als dauerhaftes Provisorium ansehen muss", sagte Lindner.

Lindners Idee, Sanktionen gegen Russland auch bei "positiven Zwischenschritten" zu lockern, wies Klimkin ebenfalls scharf zurück. "Wir sind fest überzeugt, dass Sanktionen nicht nur erhalten, sondern auch verschärft werden müssen." Sie seien das einzige friedliche Mittel, um Russland in die Schranken zu weisen und Frieden auf der Krim und im Donbass wieder herzustellen. Die Aufrufe, die Sanktionen zu lockern, seien "kontraproduktiv".

Die deutsch-russischen Beziehungen sind seit Beginn der Ukrainekrise vor drei Jahren schwer belastet. Die EU erkennt die Einverleibung der Schwarzmeerhalbinsel durch Russland nicht an und hat Moskau deshalb mit Sanktionen belegt.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Studie: Kaum noch Fortschritte für bessere Bildung

Wie gut arbeiten die Kindergärten, Schulen und Unis in Deutschland? Eine neue Studie kommt zu einer ernüchternden Bilanz.
Studie: Kaum noch Fortschritte für bessere Bildung

Lokal und transparent: Wie wir zur Bundestagswahl berichten

Sie ist die wichtigste Wahl, die Deutschland hat: die Bundestagswahl im September 2017. Wir wollen einen besonderen Blick auf die Ergebnisse wagen und starten das …
Lokal und transparent: Wie wir zur Bundestagswahl berichten

Von der Leyen fordert Abgrenzung von der Wehrmacht

Im April hatten die Skandale um den Soldaten Franco A. die Republik erschüttert. Jetzt will sich Ursula von der Leyen an Bundeswehr-Reformen machen.
Von der Leyen fordert Abgrenzung von der Wehrmacht

Türkischer Minister wirft Deutschland Schutz von „Mördern“ vor

Neue Spitzen aus der Türkei: EU-Minister Ömer Celik wirft Deutschland vor, Putschisten und „Mörder“ zu schützen.
Türkischer Minister wirft Deutschland Schutz von „Mördern“ vor

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.