Vor der Landtagswahl

Umfrage: CDU in Bremen mit Abstand vor SPD 

+
SPD-Bürgermeister Carsten Sieling (l) und CDU-Spitzenkandidat Carsten Sieling während eines TV-Duells zur Bremer Bürgerschaftswahl. Foto: Carmen Jaspersen

Berlin/Bremen (dpa) - Wenige Tage vor der Landtagswahl in Bremen zieht die CDU der regierenden SPD in den Umfragen davon.

Im Bremen-Trend des Meinungsforschungsinstituts Insa für die "Bild"-Zeitung (Mittwoch) liegt die oppositionelle CDU bei 28 Prozent, die SPD von Bürgermeister Carsten Sieling nur bei 23 Prozent. Ein solches Ergebnis bei der Wahl am kommenden Sonntag wäre für die SPD, die seit 73 Jahren ununterbrochen in der Hansestadt regiert, ein schwere Schlappe. Eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition wäre nicht möglich. Stattdessen könnte die CDU womöglich knapp mit den Grünen regieren.

Laut Umfrage wären die Grünen mit 18 Prozent drittstärkste Kraft. Es folgen die Linke mit 11 Prozent und die FDP sowie die AfD mit je 6 Prozent. Auch bei Infratest dimap und der Forschungsgruppe Wahlen lag die CDU vergangene Woche vorn - allerdings knapper: Bei Infratest 3 Prozent, bei der Forschungsgruppe 1,5 Prozent.

Laut Insa wäre rechnerisch ein Bündnis aus CDU und SPD mit zusammen 51 Prozent möglich. Dies hat Regierungschef Sieling allerdings vor kurzem ausgeschlossen. Für Schwarz-Grün würde es knapp reichen (46 Prozent). Ansonsten kämen ein Bündnis von CDU, Grüne und FDP (52 Prozent) oder Rot-Rot-Grün (52 Prozent) infrage. Die Grünen hätten somit eine zentrale Position bei der Regierungsbildung.

Im Vergleich zur Wahl 2015 würde die SPD fast zehn Prozentpunkte einbüßen, damals hatten die Genossen 32,8 Prozent erreicht. Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Carsten Meyer-Heder könnte sich um 5,6 Punkte steigern, damals waren es 22,4 Prozent. Der 58-jährige Software-Unternehmer ist erst seit einem Jahr in der CDU. Die in Bremen ohnehin starken Grünen würden knapp 3 Punkte zulegen (2015: 15,1 Prozent). Die Linke erreicht laut Umfrage eineinhalb Punkte mehr als vor vier Jahren. Die FDP würde etwas einbüßen (2015: 6,6 Prozent), die AfD nur knapp dazu gewinnen (2015: 5,5 Prozent).

Bremen ist das kleinste deutsche Bundesland - und trotzdem könnte der Ausgang der Bürgerschaftswahl Folgen für die Bundespolitik haben. Fährt die SPD schwere Verluste bei der Europawahl und in ihrem Stammland Bremen ein, könnte das die Bundesspitze um Parteichefin Andrea Nahles in schwere Bedrängnis bringen. Die Bundes-SPD lag in jüngsten Umfragen nur noch bei 16 Prozent. Auch die große Koalition mit der Union könnte dann in Gefahr geraten.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Eines der bekanntesten Gesichter Russlands: Politiker stirbt bei Routineoperation in München

Der Russe Juri Luschkow starb bei einer Routineoperation in München. Der ehemalige Bürgermeister von Moskau war eines der bekanntesten Gesichter Russlands.
Eines der bekanntesten Gesichter Russlands: Politiker stirbt bei Routineoperation in München

Macron sieht Fortschritte nach Ukraine-Gipfel in Paris

Im Élyséepalast gibt es nach langen Gipfel-Debatten über einen Frieden in der Ostukraine zufriedene Gesichter. Doch einer schließt sich nicht den Lobeshymnen an.
Macron sieht Fortschritte nach Ukraine-Gipfel in Paris

Ex-Grundschullehrer dreht Video vor dem KZ Dachau - und leugnet vor Schülern den Holocaust

Der „Volkslehrer“ Nikolai Nerling hat auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau ein Video „gegen den Schuld-Kult“ gedreht. Dann sprach er eine Schüler-Gruppe an.
Ex-Grundschullehrer dreht Video vor dem KZ Dachau - und leugnet vor Schülern den Holocaust

„Hart aber fair“: Klingbeil und Brinkhaus überraschen alle - Göring-Eckardt schießt scharf

Bei „Hart aber fair“ drehte sich Montagabend alles um die SPD und den Zustand der GroKo. Dabei ging es überraschend harmonisch zu - nur eine Grünen-Politik funkte …
„Hart aber fair“: Klingbeil und Brinkhaus überraschen alle - Göring-Eckardt schießt scharf

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.