Millionen SPD-Wähler würden heute anders stimmen

Umfrage-Schock für Schulz und SPD

+
Martin Schulz.

Im Zuge der Debatte über eine erneute große Koalition verliert die SPD in der Bevölkerung weiter an Zuspruch. Mehr als eine Million Wähler würde nicht mehr für die Partei stimmen.

Im Zuge der Debatte über eine erneute große Koalition verliert die SPD in der Bevölkerung an Zuspruch: Im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer des Forsa-Instituts verlieren die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte und kommen damit auf 18 Prozent Zustimmung. Die Union gewinnt einen Punkt und kommt in der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage auf 34 Prozent.

Lesen Sie auch: In einer anderen Umfrage bekam die SPD zuletzt noch 18,5 Prozent

Die Grünen liegen unverändert bei zwölf Prozent, die AfD gewinnt einen Punkt hinzu und zieht mit der Umweltpartei gleich. Die Linke klettert um einen Punkt auf zehn Prozent. Die Zustimmung zur FDP geht von neun auf acht Prozent zurück.

Rund zwölf Prozent der SPD-Wähler würden Partei nicht wieder wählen

Seit dem Abschluss der Sondierungen mit der Union in der vergangenen Woche diskutiert die SPD heftig über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen mit CDU und CSU. Auf einem Sonderparteitag am Sonntag in Bonn soll darüber entschieden werden.

Rund zwölf Prozent der SPD-Wähler bei der Bundestagswahl würden sich der Umfrage zufolge jetzt anders entscheiden. Das wären 1,2 Millionen Stimmen, die der SPD verloren gingen, wenn jetzt gewählt würde. 48 Prozent von ihnen sind demnach enttäuscht vom "Zickzackkurs" der SPD, sie empfinden die Partei als "orientierungslos und zerrissen.“

Lesen Sie auch: Diese SPD-Frau erklärt GroKo-Ablehnung mit verblüffendem Grund

61 Prozent der SPD-Wähler wollen GroKo-Verhandlungen

Zwölf Prozent der Abwanderer sind gegen eine große Koalition. Elf Prozent kritisieren die "führungsschwache, unfähige Parteiführung" durch den Vorsitzenden Martin Schulz, vier Prozent beklagen, die SPD habe in den Sondierungsgesprächen zu wenig erreicht. Insgesamt wollen 61 Prozent der SPD-Wähler, dass sich die Partei am Sonntag für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit den Unionsparteien entscheidet.

70 Prozent der SPD-Wähler sind der Auffassung, dass die Partei bei ihrer Koalitionsentscheidung in erster Linie den Willen ihrer Wähler berücksichtigen solle. 27 Prozent meinen, die SPD-Mitglieder sollten das letzte Wort haben.

Für die Erhebung zur Parteien-Präferenz befragte Forsa von Montag bis Mittwoch 1504 Wahlberechtigte. Zudem befragte das Institut am Dienstag und Mittwoch 1008 SPD-Wähler.

Lesen Sie auch:  Ende der Ära? CDU-Minister sieht angeblich Merkels Abschied nahen

afp, Video: Glomex

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Viel Kritik am Klimapaket der großen Koalition

Wissenschaftler, Umweltschützer und Energieverbände kritisieren das Klimapaket der Bundesregierung. Tenor: Viel Schatten - wenig Licht. Der Bundesverband Windenergie …
Viel Kritik am Klimapaket der großen Koalition

Klimapaket: Umweltministerin droht schon dem Rest der Regierung

Die GroKo will am Freitag ihr großes Klimapaket beschließen. Erste Inhalte sind bekannt - Kritik stammt von Umweltschutzverbänden und aus den eigenen Reihen.
Klimapaket: Umweltministerin droht schon dem Rest der Regierung

Brexit: Peinliche Details über Johnsons Treffen mit Juncker - EU setzt Ultimatum

Mit großen Worten hatte sich Boris Johnson auf den Weg zu Brexit-Gesprächen mit der EU gemacht. Das Medienecho zeigt eines klar: Am Ende stand eine Demütigung.
Brexit: Peinliche Details über Johnsons Treffen mit Juncker - EU setzt Ultimatum

Kachelmann ätzt gleichzeitig gegen Greenpeace und AfD: „Unwissenschaftlicher Unfug“

Im Rahmen der „Fridays for Future“-Proteste gingen am Freitag Millionen Menschen weltweit auf die Straßen. Besonders erfolgreich waren die Demos in Deutschland.
Kachelmann ätzt gleichzeitig gegen Greenpeace und AfD: „Unwissenschaftlicher Unfug“

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.