Miese Ergebnisse für die GroKo

Umfrage: 46 Prozent wollen Merkel nicht bis 2021 als Kanzlerin - SPD fällt hinter AfD zurück

Bundestag
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Kanzlerin Angela Merkel (re.) und SPD-Chefin Andrea Nahles im Bundestag

Nach den Querelen der vergangenen Wochen kassiert die GroKo mehrere Umfrage-Tiefschläge. Die SPD fällt in einer Befragung hinter die AfD zurück - Angela Merkel wird kritisch gesehen.

Berlin - Die AfD hat die SPD im Emnid-Sonntagstrend für die Bild am Sonntag bundesweit erstmals überholt. In der wöchentlichen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts legt die AfD um einen Zähler auf 17 Prozent zu, die SPD gibt im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt ab und landet bei 16 Prozent. Auch CDU und CSU verlieren einen Zähler und kommen nur noch auf 27 Prozent. Das ist der bisher tiefste Wert für die Union im Sonntagstrend. Die Grünen erreichen 15 Prozent, die Linken 11 und die FDP 10 Prozent.

Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würden die Regierungsparteien SPD, CDU und CSU laut Emnid zusammen nur noch 43 Prozent der Stimmen bekommen. Damit hat die große Koalition derzeit bei allen großen Forschungsinstituten - mit Ausnahme von Allensbach - die Mehrheit bei der Sonntagsfrage verloren. Die Regierungsparteien kommen durchgängig auf 43 bis 45 Prozent der Stimmen (Allensbach: 51 Prozent). Bei der Bundestagswahl 2017 erhielten sie zusammen noch 53,4 Prozent.

Bei den anderen Parteien ist die Bandbreite ebenfalls groß: Die AfD, in mehreren Umfragen zweitstärkste Partei, kommt auf 15 bis 18 Prozent. Die Grünen erreichen Stimmenanteile von 12,5 bis 17 Prozent. Die Linke liegt bei durchschnittlich 10 Prozent, FDP bei 9 Prozent. Aus statistischen Gründen haben solche Umfragen je nach Stimmenanteil eine Unsicherheit von 2 bis 3 Prozent nach oben und nach unten. 

Nur 48 Prozent halten Merkel für die Richtige im Kanzleramt

Aber auch der Rückhalt für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Bevölkerung ist seit der Bundestagswahl 2017 deutlich gesunken. Derzeit finden nur noch 48 Prozent der Bürger, dass Merkel die Richtige im Kanzleramt ist, wie die Emnid-Umfrage im Auftrag der BamS ergab. 46 Prozent der Befragten meinen nicht, dass Merkel bis zur Bundestagswahl 2021 Regierungschefin bleiben sollte. Im Oktober 2017 hielten noch 55 Prozent Merkel für die richtige Kanzlerin, 37 Prozent fanden das nicht.

Nur jeder Zweite (50 Prozent) wünscht sich der Umfrage zufolge aktuell, dass die große Koalition bis zur nächsten regulären Bundestagswahl in drei Jahren hält, 41 Prozent sind für eine Neuwahl. Auch in einer am Samstag veröffentlichten weiteren Umfrage waren deutliche Beliebtheitseinbußen für Merkel zu erkennen gewesen.

Gespalten beurteilen die Deutschen auch, ob Merkel im Dezember erneut für den CDU-Vorsitz kandidieren sollte. 47 Prozent sind laut Emnid dafür, 44 Prozent dagegen. Bei den Unionsanhängern wünschen sich demnach 64 Prozent eine Kandidatur, 35 Prozent nicht.

Lesen Sie auch: Räumt Angela Merkel noch dieses Jahr die CDU-Spitze? Magazin nennt drei konkrete Nachfolge-Kandidaten

dpa/fn

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