Scheitert Erdogan mit der neuen Verfassung?

Türkei-Referendum: Das sagen aktuelle Umfragen zum Ausgang

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Wie werden sich die türkischen Bürger entscheiden? Aktuelle Umfragen sehen „Nein“-Lager vorne

Ankara - Heute stimmen die türkischen Bürger über das umstrittene Verfassungsreferendum von Präsident Erdogan ab. Das sagen aktuelle Umfragen zum Ergebnis.

Update vom 16. April 2017: Seit 7 Uhr Ortszeit sind die Wahllokale in der Türkei geöffnet. Alle Informationen und Entwicklungen rund um das Türkei-Referendum finden Sie hier in unserem Live-Ticker.

Update vom 13. April 2017: Am 16. April wird in der Türkei über das Verfassungs-Referendum abgestimmt. Wir erklären, wie Sie die Wahl live im TV und Live-Stream sehen können.

Am Ostersonntag wird in der Türkei gewählt. Die türkische Nationalversammlung hatte bereits im Januar mit der nötigen Dreifünftelmehrheit für die Verfassungsänderung gestimmt. Dabei stimmte nicht nur die Regierungspartei AKP für die Änderungen, sondern auch die Oppositionspartei MHP unterstützte das Vorhaben. Nun sollen die Bürger entscheiden, ob es zu einem Präsidialsystem kommt oder nicht. Auch international wird der Ausgang des Referendums mit großer Anspannung erwartet.

Denn sollten die türkischen Bürger am 16. April mehrheitlich für das Verfassungsreferendum votieren, wird sich in der Türkei einiges ändern. Doch aktuelle Umfragen sagen: Die türkischen Bürger sind überwiegend gegen die Einführung eines Präsidialsystemes.

Türkei-Referendum: Das sagen die aktuellen Umfragen

Laut einer aktuellen Umfrage des türkischen Meinungsinstitut Gezici sind zwischen 57 und 59 Prozent der türkischen Bürger gegen die Verfassungsänderung und damit gegen die Einführung eines Präsidialsystemes. Die Umfrage schlüsselte außerdem auf, welche Wähler die Änderung am meisten ablehnen. So sind derzeit 20,5 Prozent der Wähler der Regierungspartei AKP, die bereits in der Nationalversammlung für das Präsidialsystem gestimmt hat, gegen die Änderung. Die Wähler der nationalistischen MHP, die bei der Abstimmung im Parlament ebenfalls die Verfassungsänderung unterstütze, sind mit 93,7 fast ausschließlich dagegen. Mit 95,3 Prozent Ablehnung ist die bei den Wählern der türkisch-kurdischen HDP am höchsten.

Trotz der überwiegenden Ablehnung, unterstützen laut dem Umfrageinstitut rund 74 Prozent der Befragten die Sicherheitspolitik ihres Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. 70 Prozent der Bürger sind außerdem für die Verlängerung des Ausnahmezustandes.

Umfragen zur Türkei-Referendum: Deutsch-Türken werben für „Nein“

Die türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) und der Verein „Mehr Demokratie“ haben bereits vergangene Woche einen Aufruf gestartet, in dem sie für ein „Nein“ zur Einführung des Präsidialsystemes werben. In diesem heißt es: „Ein Nein im Referendum kann den massiven Demokratieabbau stoppen.“ Innerhalb weniger Stunden unterschrieben ihn tausende Menschen mit überwiegend türkischen Migrationshintergrund. 

Unter den Erstunterzeichnern sind neben den beiden Vorsitzenden der Vereine, auch Grünen-Parteichef Cem Özdemir, Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Linke) und Özcan Mutlu (Grüne). 

Türkei-Referendum: Auch „Auslands-Türken“ sind wahlberechtigt 

Seit dem 27. März können türkische Staatsbürger auch im Ausland über das Verfassungsreferendum abstimmen. Laut dem türkischen Recht, ist dies möglich, sofern das Aufenthaltsland seine Zustimmung dazu gibt. Erstmals konnte dieses Gesetz in Deutschland bei der Präsidentschaftswahlen 2014 angewendet werden. 

Trotz der Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei, hat die Bundesregierung Wahllokale in Deutschland auch dieses Mal gestattet. In 13 Städten können Deutsch-Türken nun ihre Stimme bis zum 9. April abgeben.

Umfragen zum Türkei Referendum: 2,8 Millionen Türken im Ausland stimmen ab

Aber auch in Österreich, Belgien, Dänemark, in der Schweiz und in Frankreich können türkische Bürger nun ihre Stimme für oder gegen das Referendum abgeben. Und auch diese Stimmen sind entscheidend für den Ausgang des Referendums. Denn rund 2,8 Millionen türkische Bürger leben aktuell im Ausland, die Hälfte davon in Deutschland. 

Um die Zustimmung der Wähler für die Verfassungsänderung zu werben, hatten türkische Minister in zahlreichen europäischen Ländern Wahlkampfauftritte geplant. Die niederländische Regierung hatte diese Auftritte in ihrem Land nicht zugelassen, in Deutschland wurden zahlreiche Reden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Der türkische Präsident Erdogan hatte daraufhin mit Drohungen und Nazi-Vergleichen gegenüber beiden Ländern reagiert und Konsequenzen angekündigt.

ak

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