Keine klare Meinung

Umweltverbände fordern von Schulz Klarstellung zum Klimaschutz

Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Aufweichung von Klimaschutzzielen durch die SPD-geführte brandenburgische Landesregierung haben Umweltverbände SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zu einer Klarstellung aufgefordert.

"Wir fordern von Kanzlerkandidat Martin Schulz ein klares Bekenntnis zum Pariser Klimaschutzabkommen und den nationalen Klimazielen", hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben einer Verbändeallianz. Beteiligt sind die Umweltverbände WWF, BUND, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, Klima-Allianz Deutschland und Nabu sowie der Dachverband Deutscher Naturschutzring (DNR). Die SPD-geführte brandenburgische Landesregierung werde "zum Risiko für das Erreichen der deutschen Klimaziele", hieß es in dem Text. Die Verbände forderten Schulz auf, sich eindeutig zu den deutschen Klimazielen zu bekennen. Dabei gehe es auch um zusätzliche Maßnahmen, um die für 2020 zugesagte Emissionsminderung um 40 Prozent verglichen mit 1990 zu erreichen. 

"Die Glaubwürdigkeit und Zukunftsfähigkeit Deutschlands stehen auf dem Spiel", erklärte Jörg-Andreas Krüger, Geschäftsleiter des WWF Deutschland. DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner forderte erneut auch einen "Einstieg in den Kohleausstieg". Die brandenburgische Landesregierung von Dietmar Woidke (SPD) arbeitet derzeit an einer neuen Energiestrategie. Darin sollen Klimaziele des Landes deutlich abgesenkt werden. Als Grund nannte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) am Wochenende die weitere Braunkohlenutzung, besonders eine geplante längere Laufzeit des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Sonntag in einem ARD-Interview die deutschen Klimaziele bekräftigt. Dabei bekannte sie sich auch dazu, dass zusätzliche Maßnahmen erforderlich seien, um das 40-Prozent-Ziel für 2020 zu erreichen. Ausdrücklich sprach sie sich zudem dafür aus, auf Alternativen zur Braunkohle-Nutzung hinzuarbeiten. Diese gilt als besonders klimaschädlich.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Kein Fortschritt für inhaftierte Deutsche in der Türkei

Mehrere Deutsche sind in der Türkei in Haft. Die Botschaft kümmert sich um sie. Doch ein grundsätzlicher Fortschritt ist nicht in Sicht.
Kein Fortschritt für inhaftierte Deutsche in der Türkei

Verdächtiger nach Anschlägen in Spanien auf freien Fuß

Nach den Anschlägen von voriger Woche stehen die Behörden in Spanien noch vor offenen Fragen. Das Verhör der vier lebend gefassten mutmaßlichen Terroristen sollte zur …
Verdächtiger nach Anschlägen in Spanien auf freien Fuß

Trump will Kampf in Afghanistan verschärfen

Seit fast 16 Jahren kämpfen US-Soldaten in Afghanistan. Die Erfolge sind umstritten. Donald Trump war einst ein scharfer Kritiker des Einsatzes. "Wir werden Terroristen …
Trump will Kampf in Afghanistan verschärfen

Terror-Verdächtiger gesteht: Anschlag sollte viel größer sein

Beide Hauptverdächtige der blutigen Attentate in Katalonien sind tot. Vier mutmaßliche Mitglieder der Terrorzelle mussten vor Gericht erscheinen. Alle Neuigkeiten finden …
Terror-Verdächtiger gesteht: Anschlag sollte viel größer sein

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.