Bericht der UN-Agentur

20000 Kriegsvertriebene in Afghanistan in einer Woche

In Afghanistan sind nach Angaben der UN innerhalb einer Woche 20000 Menschen vor Kampfhandlungen zwischen radikalislamischen Talibankämpfern und afghanischer Regierung aus ihren Dörfern geflohen.

Kabul - In Afghanistan sind nach Angaben der UN innerhalb einer Woche 20000 Menschen vor Kampfhandlungen zwischen radikalislamischen Talibankämpfern und afghanischer Regierung aus ihren Dörfern geflohen. Das geht aus einem in der Nacht zum Dienstag veröffentlichten Bericht der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor. Insgesamt stieg damit die Zahl der Kriegsvertriebenen in diesem Jahr auf knapp 290.000.

Allein in Kabul kamen zwischen dem 9. und dem 15. Oktober rund 900 Binnenflüchtlinge aus vier Provinzen rund um die Hauptstadt an, heißt es in dem Bericht. In den südafghanischen Provinzen Kandahar, Sabul und Urusgan waren mindestens 10000 Menschen auf der Suche nach Schutz. In der nordafghanischen Provinz Kundus, wo bis 2013 noch die Bundeswehr Schutzmacht war, flohen mindestens 5200 Menschen. Der einst ruhige Norden steht in diesem Jahr für 36 Prozent aller Kriegsvertriebenen. Weitere Binnenfluchtbewegungen verzeichnen die UN im Westen und Osten des Landes.

Im vergangenen Jahr waren mehr als 660 000 Afghanen aus ihren Dörfern geflohen. Für 2017 hatten die UN zu Jahresbeginn noch mindestens 450 000 weitere Zwangsvertriebene erwartet.

dpa

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