Abstimmung in Vollversammlung

UN kürzen Etat für Friedensmissionen um 600 Millionen Dollar

+
Ein Soldat in Mali mit einem Helm der Vereinten Nationen. Die UN haben ihr Budget für Friedensmissionen um 600 Millionen Dollar gekürzt. Foto: Michael Kappeler

Afrika, Naher Osten, Haiti, Kosovo: Die weltweiten Blauhelm-Einsätze sollen Frieden sichern und in Krisen stabilisieren. Doch die USA setzen den Rotstift an. Nach Druck aus Washington wird das Budget zum Peacekeeping bei den UN gekürzt. Die Folgen sind kaum absehbar.

New York (dpa) - Die Vereinten Nationen haben ihr Budget für die 16 weltweiten Friedensmissionen um 600 Millionen Dollar (523 Mio Euro) gekürzt.

Die UN-Vollversammlung stimmte in New York einem Etat von 6,8 Milliarden Dollar (5,9 Mrd Euro) ab Juli bis Juni 2018 zu. In den kommenden Monaten will sie voraussichtlich weitere 500 Millionen Dollar freigeben. Damit fällt das Budget für die Friedensmissionen von 7,9 auf etwa 7,3 Milliarden Dollar (6,4 Mrd Euro).

Vor allem die USA hatten sich unter Führung ihrer UN-Botschafterin Nikki Haley für diese Kürzungen stark gemacht, während EU-Länder weniger drastische Einschnitte durchsetzen wollten. "Wir sind froh, dass die Europäische Union erreicht hat, was wir wollten", sagte Italiens UN-Botschafter Sebastiano Cardi, der sich zufrieden mit dem Ergebnis zeigte.

Die Blauhelme sind derzeit vor allem in Afrika und dem Nahen Osten im Einsatz, aber auch auf Haiti, Zypern und im Kosovo. Haley hatte bei Anhörungen im Abgeordnetenhaus gesagt, ein Anteil der USA von 25 statt derzeit 28,5 Prozent an weltweiten Peacekeeping-Einsätzen sei "nachhaltig".

Auch UN-Generalsekretär António Guterres war in den vergangenen Tagen in Washington zu Gast, um mit führenden Politikern über den US-Beitrag zum Budget der Weltorganisation zu sprechen. US-Präsident Donald Trump hatte die Höhe der Beitragszahlungen der Vereinigten Staaten zuvor als "unfair" bezeichnet und einen Vorschlag für den US-Haushalt vorgelegt, der deutliche Kürzungen vorsieht. Dieser muss vom Kongress aber erst noch verhandelt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Merkel macht ihren parteiinternen Gegenspieler Spahn zum Bundesminister

Angela Merkel macht ihren konservativen Kritiker Jens Spahn zum Minister in Berlin. Das wurde am Samstagabend bekannt. 
Merkel macht ihren parteiinternen Gegenspieler Spahn zum Bundesminister

UN-Sicherheitsrat stimmt für Waffenruhe in Syrien

Tagelang ringen die UN-Botschafter in New York um eine Feuerpause für Syrien. Nach quälenden drei Tagen einigt sich der UN-Sicherheitsrat auf eine Resolution. Doch die …
UN-Sicherheitsrat stimmt für Waffenruhe in Syrien

Trumps Ex-Berater soll europäische Politiker bezahlt haben

Trumps früherer Wahlkampfchef Manafort gerät immer stärker unter Druck. Sonderermittler Mueller weitete seine Anklagen gegen ihn aus - und im anstehenden Verfahren …
Trumps Ex-Berater soll europäische Politiker bezahlt haben

Union diskutiert über ihr Profil

CSU-Politiker vor allem hätten es gern deutlich konservativer. CDU-Vertreter suchen den Erfolg in der Mitte. Aber bitte jünger und neuer solle die Partei werden. …
Union diskutiert über ihr Profil

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.