Kritik auch für UN

UN-Versammlung: Gabriel wettert gegen Trumps „nationalen Egoismus“

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Außenminister Sigmar Gabriel bei der UN-Vollversammlung. 

Bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel klare Worte gefunden und die Politik des US-Präsidenten Donald Trump kritisiert. 

New York - Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat in seiner ersten Rede vor der UN-Generalversammlung vor „nationalem Egoismus“ in der Weltpolitik gewarnt. „Das Motto „Unser Land zuerst“ führt nur zu mehr nationalen Konfrontationen und zu weniger Wohlstand. Am Ende gibt es nur Verlierer“, sagte er laut vorab verbreiteten Redemanuskript an die Adresse von US-Präsident Donald Trump, der „Amerika zuerst“ zum Leitgedanken seiner Amtszeit gemacht hat.

Gabriel sprach sich im Gegensatz zu Trump für eine Stärkung der Vereinten Nationen aus. Der US-Präsident hatte am Montag vor der Generalversammlung geredet und die UN als ineffizient kritisiert. Den Namen des US-Präsidenten erwähnte Vizekanzler Gabriel in seiner Rede nicht. Trotzdem war der zentrale Teil an den US-Präsidenten gerichtet.

Gabriel: „Wir brauchen mehr internationale Zusammenarbeit“

Wenn man sich in der Welt umschaue, dann scheine sich immer mehr eine Weltsicht durchzusetzen, die nur die eigenen nationalen Interessen absolut setzte, sagte er. Nationaler Egoismus tauge aber nicht als Ordnungsprinzip. „Denn diese Weltsicht beschreibt die Welt als eine Arena, eine Art Kampfbahn, in der jeder gegen jeden kämpft, und in der man allein oder in Zweckbündnissen seine Interessen gegen andere durchsetzen muss.“ In dieser Weltsicht herrsche das Recht des Stärkeren und nicht die Stärke des internationalen Rechts.

„Ich bin sicher, dass wir uns dieser Weltsicht entgegenstellen müssen“, betonte Gabriel. „Wir brauchen mehr internationale Zusammenarbeit und weniger nationalen Egoismus und nicht umgekehrt.“

Deutschland habe nach zwei schrecklichen Weltkriegen gelernt, in seinen ehemaligen Feinden Nachbarn und Partner zu erkennen und mit ihnen gemeinsam Verantwortung für das friedliche Miteinander zu übernehmen.

Gabriel sagte: „Wir haben gelernt: nicht „Germany first“ (Deutschland zuerst) hat unser Land stark und wohlhabend gemacht, sondern nur „european and international responsibility first“ (europäische und internationale Verantwortung zuerst) hat auch uns Deutschen Frieden und Wohlstand verschafft.“

dpa

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