1. lokalo24
  2. Politik

Der ,ungeliebte Sohn’ zieht Konsequenzen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Das Tischtuch ist endgueltig zerschnitten: Otto Baumann tritt aus der SPD aus. Fotomontage: Apel
Das Tischtuch ist endgueltig zerschnitten: Otto Baumann tritt aus der SPD aus. Fotomontage: Apel © Lokalo24.de

Otto Baumann tritt aus der SPD aus – Heftige Kritik an seinen ehemaligen Genossen – Neustart in der "AfD"?Witzenhausen. Fast ein Jahr is

Otto Baumann tritt aus der SPD aus – Heftige Kritik an seinen ehemaligen Genossen – Neustart in der "AfD"?

Witzenhausen. Fast ein Jahr ist es her, dass der Witzenhäuser SPD-Stadtverordnete Otto Baumann in die Kritik geriet. Anlass war eine E-Mail von ihm an die Mitglieder der rot/grünen Koalition. In dieser verschickte Baumann einen Artikel zum Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) aus der Zeitschrift "Zuerst", die als rechtsextrem eingeschätzt wird.

Noch im Sommer ließ der SPD-Unterbezirk Werra-Meißner in einer Pressemitteilung verlauten: "(…) Wir würden es (…) begrüßen, wenn Otto Baumann kein Mitglied mehr wäre."

Nun erfüllt Baumann, der seit 40 Jahren Sozialdemokrat ist, zahlreichen Widersachern und Kritikern ihren Wunsch: Mit einem Schreiben an Bürgermeisterin Angela Fischer legt er mit sofortiger Wirkung sein Amt als Stadtverordneter nieder. Zeitgleich tritt er auch aus der Partei aus. "Eine Willensbildung, die das Attribut ,demokratisch‘ verdient, und es zulässt, dass alle das Gemeinwesen bedrängenden Fragen offen, sachlich und tabulos diskutiert werden, ist in der SPD nicht mehr möglich. Das gilt im besonders hohen Maße für die örtliche SPD und den SPD-Unterbezirk", so Otto Baumann.

Richtig bewusst geworden sei ihm das mittlerweile herrschende Klima in der SPD auch bei der Wahl der neuen SPD-Vorsitzenden im Werra-Meißner-Kreis. "Das war ein unseriöser und menschenverachtender Umgang mit einer herausragenden Kommunalpolitikerin", so Baumann.

Aufruf zur Denunzierung gab den Rest

"Mit ein Grund ist auch der öffentliche Aufruf zur Denunziation zu Lasten meiner Person, der bereits vor Monaten zum sofortigen Austritt meiner Ehefrau aus der SPD führte", erklärt Baumann weiter. Eine sinnvolle Arbeit, die das Wohl von Stadt und Land über das Wohl einer einzelnen Partei stelle, schien ihm auf lange Zeit in der SPD nicht mehr möglich.

Daher habe er auch die Aufnahme als Mitglied in die "Alternative für Deutschland", Landesverband Hessen, beantragt. "Es handelt sich um eine Bürgerbewegung des gesunden Menschenverstandes, fernab aller Ideologien und Utopien. Ich hoffe, durch meinen Eintritt in die Alternative für Deutschland meinen eigenen bescheidenden Beitrag leisten zu können", so Baumann weiter.

Gerade weil er wisse, was er nach 40 Jahren Zugehörigkeit zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands hinter sich lasse, sei er sich sicher, den für ihn richtigen Weg gewählt zu haben: "Mut gehört zu jeder politischen Entscheidung. Wer wagt, gewinnt. Und in diesem Sinne rufe ich möglichst viele auf, es mir gleich zu tun."

Lesen Sie auch einen Kommentar zum Thema

Auch interessant

Kommentare