Umfrage

Immer mehr Deutsche sind unzufrieden mit der Demokratie

Pegida-Veranstaltung in Dresden: Angela Merkel und der damalige Bundespräsident Joachim Gauck sind in den Augen der islamfeindlichen Bewegung "Volksverräter". Foto: Arno Burgi
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Pegida-Veranstaltung in Dresden: Angela Merkel und der damalige Bundespräsident Joachim Gauck sind in den Augen der islamfeindlichen Bewegung «Volksverräter». Foto: Arno Burgi

Meinungsforscher fragten mehr als 30.000 Menschen in 27 Staaten, ob sie zufrieden damit sind, wie die Demokratie bei ihnen funktioniert. In Deutschland zeigt sich eine beunruhigende Entwicklung.

Washington (dpa) - Immer mehr Menschen in Deutschland sind mit dem Funktionieren der Demokratie unzufrieden.

In einer am Montag (Ortszeit) in Washington veröffentlichten internationalen Studie des Meinungsforschungsinstituts Pew sagten im vergangenen Jahr 43 Prozent der Befragten in Deutschland, sie seien nicht zufrieden damit, wie die Demokratie funktioniert - ein Anstieg um 17 Prozentpunkte verglichen mit dem Vorjahr. Mit 56 Prozent äußerte sich allerdings immer noch eine klare Mehrheit zufrieden über den Stand der Demokratie in der Bundesrepublik.

Unter Befürwortern der AfD zeigten sich 69 Prozent unzufrieden damit, wie die Demokratie funktioniert. Bei denjenigen Befragten, die der rechtspopulistischen Partei ablehnend gegenüberstehen, waren es 37 Prozent. Auch in mehreren anderen europäischen Staaten war die Unzufriedenheit unter Befürwortern populistischer Parteien besonders ausgeprägt. In der Studie wurden 27 Staaten untersucht, zehn davon in Europa.

In sechs dieser europäischen Staaten zeigte sich eine Mehrheit unzufrieden darüber, wie die Demokratie in ihren Ländern funktioniert: Frankreich (51 Prozent), Ungarn (53 Prozent), Großbritannien (55 Prozent), Italien (70 Prozent), Spanien (81 Prozent) und Griechenland (84 Prozent). Außer in Deutschland äußerte sich in Schweden (30 Prozent), den Niederlanden (34 Prozent) und Polen (44 Prozent) eine Minderheit der Befragten unzufrieden.

In fünf dieser zehn europäischen Staaten nahm die Unzufriedenheit im Jahresvergleich statistisch signifikant zu, allerdings nirgendwo so stark wie in Deutschland. Abgenommen hat die Unzufriedenheit von 2017 auf 2018 lediglich in Frankreich - und zwar um 14 Prozentpunkte. In Frankreich fand die Umfrage vom 24. Mai bis zum 3. Juli 2018 statt, also vor Beginn der sogenannten Gelbwesten-Proteste im Herbst. Pew befragte für die internationale Studie zwischen dem 14. Mai und dem 12. August 2018 insgesamt 30.133 Menschen in 27 Staaten.

Auch in den USA - wo seit Januar 2017 Präsident Donald Trump im Weißen Haus regiert - hat die Unzufriedenheit zugenommen: 58 Prozent zeigten sich im vergangenen Jahr nicht zufrieden mit dem Stand der Demokratie dort, im Vorjahr waren es noch 51 Prozent.

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