Widerstand gegen Einreiseverbot

Trump-Sprecher: Protestierende Diplomaten „können gehen“

Im ganzen Land protestieren US-Bürger gegen das Einreiseverbot. Nun bekommen sie Unterstützung von hoher Stelle. 
+
Im ganzen Land protestieren US-Bürger gegen das Einreiseverbot. Nun bekommen sie Unterstützung von hoher Stelle. 

Washington - Mehrere US-Diplomaten haben offiziell gegen die von US-Präsident Donald Trump verhängten Einreiseverbote für Bürger mehrerer muslimischer Länder protestiert.

Wie ein Ministeriumssprecher am Montag in Washington mitteilte, benutzten die Diplomaten für ihren Protest einen offiziellen internen Kommunikationskanal des State Department. Es war zunächst unklar, wieviele Mitarbeiter sich dem Protest anschlossen. Nach US-Medienberichten sollen es mehrere Dutzend sein.

Das Weiße Haus in Washington hat die Diplomaten daraufhin zum Ausscheiden aus dem Dienst aufgefordert. Sie sollten entweder mitmachen - "oder sie können gehen", sagte am Montag Trumps Sprecher Sean Spicer.

Das Protestschreiben wurde auch nicht veröffentlicht, im Internet kursierte aber ein Entwurf. Darin heißt es, eine Politik, die "mehr als 200 Millionen legitimen Reisenden die Tür verschließt", werde ihr Ziel verfehlen, das Land sicherer zu machen. Auch laufe diese Politik "den amerikanischen Werten der Nicht-Diskriminierung, der Fairness und des warmen Willkommens für ausländische Besucher sowie Einwanderer" entgegen.

Die Spitze des US-Außenministeriums ist derzeit unbesetzt, da der von Trump als Ressortchef nominierte Ex-ExxonMobil-Vorsitzende Rex Tillerson bislang nicht das erforderliche grüne Licht des Senats erhalten hat.

Trump hatte am Freitag per Dekret die Einreise von Bürgern aus sieben überwiegend muslimischen Ländern für 90 Tage gestoppt. Außerdem ist Flüchtlingen aus aller Welt die Einreise für 120 Tage untersagt, syrischen Flüchtlingen sogar auf unbestimmte Zeit.

afp

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Neue Debatte um die Polizei: Umfrage zeigt Erstaunliches - Union warnt vor Gewalt als „Massenphänomen“

Polizeigewalt - und Gewalt gegen die Polizei. Die Debatte erhitzt auch im Sommer die Gemüter. Die Union wagt einen neuen Vorstoß. Eine Umfrage liefert brisante …
Neue Debatte um die Polizei: Umfrage zeigt Erstaunliches - Union warnt vor Gewalt als „Massenphänomen“

Politik gegen US-Truppenabzug - Bevölkerung eher dafür

Zwischen der großen Koalition und dem größten Teil der Opposition besteht Einigkeit: Der geplante Abzug von US-Truppen ist falsch. Die Wähler sehen das anders. Die …
Politik gegen US-Truppenabzug - Bevölkerung eher dafür

„Prime Minister of Germany“: Laschet löst Tumult in Flüchtlingscamp aus - und zeigt Verständnis

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will sich einen Eindruck vom Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos machen. Doch der Besuch endet abrupt.
„Prime Minister of Germany“: Laschet löst Tumult in Flüchtlingscamp aus - und zeigt Verständnis

Kalbitz lässt AfD-Fraktionsvorsitz vorerst ruhen

Kann Andreas Kalbitz Fraktionschef bleiben, obwohl er aus der AfD geworfen wurde? Darüber wurde zuletzt heftig gestritten - am Dienstag machte Kalbitz der Fraktion ein …
Kalbitz lässt AfD-Fraktionsvorsitz vorerst ruhen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.