Nach Trumps Strategiewechsel

US-Luftwaffe wirft Rekordzahl von Bomben über Afghanistan ab

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Aus anderen Landesteilen geflüchtete Kinder in Kabul. Foto: Hedayatullah Amid

Kabul (dpa) - Die USA haben im September so viele Bomben und andere Munition über Afghanistan abgeworfen wie zuletzt 2012, als noch knapp 80.000 US-Soldaten im Land waren. Das geht aus den jüngsten Statistiken der US-Luftwaffe hervor.

Dort heißt es: "September war ein Rekordmonat für abgefeuerte Munition in Afghanistan seit 2012, mit 751 Geschossen gegen Taliban und (die Terrormiliz) Islamischer Staat." Das seien 50 Prozent mehr als noch im August. Der Anstieg gehe auf die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Donald Trump zurück, die es erlaube, "extremistische Gruppen proaktiver anzugreifen".

Um die Luftangriffe so ausweiten zu können, seien auf der größten US-Basis im Land in Bagram bei Kabul sechs weitere F16-Kampfjets stationiert worden, heißt es in dem Bericht. B-52-Bomber dürften ebenfalls mehr Einsätze fliegen.

Die Anzahl der US-Luftangriffe auf Taliban und IS steigt angesichts des Wiedererstarkens der Islamisten seit Monaten rasant. Bis Mitte August waren es schon rund 2200 (in ganz 2016: rund 1000). Aber auch die noch im Aufbau befindliche afghanische Luftwaffe fliegt schon Angriffe. Vor einigen Tagen haben die USA Kabul die ersten von 159 Kampfhubschraubern des Typs Blackhawk übergeben.

Gleichzeitig häuft sich die Anzahl der zivilen Opfer. Laut UN stieg im ersten Halbjahr 2017 die Zahl der durch Luftangriffe getöteten und verletzten Zivilisten im Vergleich zu 2016 um 43 Prozent auf 232. Die USA waren für 37 Prozent der Opfer verantwortlich, die Afghanen für 48 Prozent. Die anderen Angriffe waren nicht eindeutig zuzuordnen.

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