„Nichts dagegen getan“

Russland-Affäre: Trump attackiert Vorgänger Obama

+
Greift jetzt Barack Obama an: US-Präsident Donald Trump wagt sich in der Russland-Affäre in die Offensive.

Jetzt holt Donald Trump zum Gegenschlag aus. Der US-Präsident wirft seinem Vorgänger Barack Obama vor, in der Russland-Affäre nichts unternommen zu haben.

Washington - US-Präsident Donald Trump hat seinem Vorgänger Barack Obama vorgeworfen, nichts gegen die russische Wahleinmischung getan zu haben, obwohl er schon im Sommer vergangenen Jahres davon gewusst habe. Trump bezog sich dabei auf einen Bericht der Washington Post, nach dem der Geheimdienst CIA Obama im August 2016 über eine direkte Verwicklung des russischen Präsidenten Wladimir Putin in eine Cyberattacke zur Wahlbeeinflussung informiert hat.

„Obama wusste von Russland lange vor der Wahl, und er hat nichts dagegen getan. Aber darüber will keiner sprechen“, sagte Trump laut Vorabauszügen in einem Interview des Senders Fox News, das am Sonntag (Ortszeit) ausgestrahlt werden sollte. „Er hätte etwas dagegen tun sollen.“ Ähnlich äußerte sich Trump auch via Twitter.

Russland-Affäre überschattet Trumps Präsidentschaft

Der Republikaner hatte geheimdienstliche Erkenntnisse über die russischen Manipulationsversuche zunächst lange Zeit überhaupt nicht akzeptiert. Danach war er stets bemüht, die Moskauer Rolle herunterzuspielen. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es im Wahlkampf eine Zusammenarbeit zwischen dem Trump-Lager und Moskau gab. Die Russland-Affäre hat Trumps Präsidentschaft von Anfang an überschattet.

Gespräch mit Comey: Trumps gefährlicher Bluff

Der Washington Post zufolge reagierte Obama seinerzeit langsam und vorsichtig auf die CIA-Erkenntnisse. So habe er die Erkenntnisse vor der Wahl am 8. November nicht publik machen wollen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in das US-Wahlsystem nicht zu erschüttern und Putin damit nicht in die Hände zu spielen. Außerdem sei Obama damals noch fest davon ausgegangen, dass die Demokratin Hillary Clinton die Wahl gewinnen werde und damit Putin sein Ziel, dem Republikaner Trump zum Sieg zu verhelfen, ohnehin nicht erreichen werde.

Die Regierung reagierte dann im Dezember, einen Monat nach der Wahl, mit neuen Wirtschaftssanktionen und der Ausweisung 35 russischer Diplomaten.

dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ex-Agentin will Twitter kaufen, um Trump zu verbannen

Merken Sie sich diesen Namen: Valerie Plame Wilson. Die ehemalige CIA-Agentin will Twitter kaufen, um US-Präsident Donald Trump sein Lieblings-Sprachrohr zu nehmen.
Ex-Agentin will Twitter kaufen, um Trump zu verbannen

Deutscher Botschafter besucht Mesale Tolu in türkischer Haft

Der deutsche Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, hat am Mittwoch die deutsche Journalistin Mesale Tolu in Haft besucht. Es gehe ihr und ihrem Sohn den Umständen …
Deutscher Botschafter besucht Mesale Tolu in türkischer Haft

Erbschaften und Schenkungen erreichen wieder Höchststand

In Deutschland haben Erbschaften und Schenkungen wieder einen Höchststand erreicht. Von den Finanzämtern wurden 2016 Vermögensübertragungen in Höhe von 108,8 Milliarden …
Erbschaften und Schenkungen erreichen wieder Höchststand

Terror in Spanien: Attentäter mit Verbindungen ins Ausland

Die spanischen Sicherheitsbehörden versuchen, den Anschlägen von vergangener Woche auf den Grund zu gehen. Vieles deutet darauf hin, dass die Terroristen enge …
Terror in Spanien: Attentäter mit Verbindungen ins Ausland

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.