US-Präsident spricht im TV

Trump schließt Treffen mit Kim nicht aus

+
Offen für Gespräche mit Kim Jong Un: US-Präsident Donald Trump geht auf Versöhnungskurs mit Nordkoreas Machthaber.

Donald Trump setzt im Streit mit Nordkorea auf Versöhnung. Der US-Präsident spricht in einem TV-Interview über ein mögliches Treffen mit Kim Jong Un.

Washington - Im Atomkonflikt mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un nicht ausgeschlossen. "Ich würde mich mit jedem zusammensetzen", sagte Trump in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview der US-Fernsendung "Full Measure". Er sei "natürlich offen" für ein derartiges Treffen, es sei dafür aber noch "viel zu früh". Zunächst müsse die weitere Entwicklung abgewartet werden.

Trump äußerte sich zu Beginn seiner knapp zweiwöchigen Asienreise. "Ich denke, sich mit jemandem hinzusetzen ist keine schlechte Sache", sagte Trump. Dies sei kein Zeichen von "Stärke oder Schwäche". Er treffe sich mit vielen Menschen, sagte er mit Verweis auch auf die zahlreichen Treffen mit asiatischen Staats- und Regierungschefs während seiner Reise.

Trump drohte mit "völliger Zerstörung"

Bereits im Mai hatte Trump ein Treffen mit Kim unter bestimmten Bedingungen nicht ausgeschlossen. Seitdem verschärfte sich jedoch der Ton. Im September drohte Trump Nordkorea in einer Rede vor den Vereinten Nationen mit dessen "völliger Zerstörung". Verhandlungen mit Pjöngjang über dessen Atom- und Raketenprogramm tat er als Zeitverschwendung ab. Den Machthaber Kim bezeichnete Trump mehrfach als geisteskranken "kleinen Raketenmann".

Kim konterte, Trump sei ein "geistig umnachteter seniler Amerikaner". Anlässlich von Trumps Asien-Reise warnte die nordkoreanische Staatszeitung "Rodong Sinmun" einen "geistig instabilen" US-Präsidenten vor "rücksichtslosen Bemerkungen".

Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang hatten sich in den vergangenen Monaten massiv verschärft. Nordkorea hatte Anfang September nach eigenen Angaben seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Zudem testete Pjöngjang in den vergangenen Wochen mehrfach Mittelstreckenraketen.

Das könnte Sie auch interessieren

Trump mahnt Nordkorea: „Wir werden uns niemals ergeben“

USA setzt Nordkorea eventuell zurück auf die Terrorliste

"Massive militärische Antwort": Mattis warnt Nordkorea vor Atomwaffen

Trump wirft Kim Jong Un rhetorische Eskalation vor

afp

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Beziehung leicht abgekühlt: Macron besucht Merkel

Die Zeit drängt. Bis Ende Juni wollen Frankreich und Deutschland gemeinsame Vorschläge für die Zukunft der EU auf den Tisch legen. Während der eine aufs Tempo drückt, …
Beziehung leicht abgekühlt: Macron besucht Merkel

Merkel sagt Israel entschlossenen Kampf gegen Judenhass zu

Kanzlerin Merkel richtet sich anlässlich des 70. Jahrestags der Gründung der Staates an Israel. „Wir wenden uns entschlossen gegen Antisemitismus in all seinen …
Merkel sagt Israel entschlossenen Kampf gegen Judenhass zu

Deutschland nimmt 10.000 Umsiedlungsflüchtlinge auf

Wer als Migrant nach Europa kommt, verlässt sich meist auf Schlepper und klapprige Boote. Wer für ein Umsiedlungsprogramm ausgewählt wird, hat Glück: Er darf legal …
Deutschland nimmt 10.000 Umsiedlungsflüchtlinge auf

Deutschland nimmt weitere 10.000 Flüchtlinge auf - und erntet Lob und Kritik

Deutschland wird im Rahmen eines EU-Umsiedlungsprogramms mehr als 10.000 Flüchtlinge aus Nordafrika und dem Nahen Osten aufnehmen. Es handelt sich um besonders …
Deutschland nimmt weitere 10.000 Flüchtlinge auf - und erntet Lob und Kritik

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.