Umstrittener Staatsbesuch

Erster Eklat schon vor Trumps Ankunft in Großbritannien

Donald Trump mit Frau Melania, Prinz Charles und Camilla und natürlich Queen Elizabeth II. vor dem Buckingham Palace. Foto: Yui Mok/PA Wire
1 von 9
Donald Trump mit Frau Melania, Prinz Charles und Camilla und natürlich Queen Elizabeth II. vor dem Buckingham Palace. Foto: Yui Mok/PA Wire
Königin Elizabeth II. begrüßt US-Präsident Donald Trump bei seiner Ankunft im Buckingham Palast. Foto: Victoria Jones/PA Wire
2 von 9
Königin Elizabeth II. begrüßt US-Präsident Donald Trump bei seiner Ankunft im Buckingham Palast. Foto: Victoria Jones/PA Wire
Die britische Königin Elizabeth II. (M) begrüßt Donald Trump (r) und seine Frau Melania Trump im Buckingham Palace. Foto: Yui Mok/PA Wire
3 von 9
Die britische Königin Elizabeth II. (M) begrüßt Donald Trump (r) und seine Frau Melania Trump im Buckingham Palace. Foto: Yui Mok/PA Wire
Donald Trump und seine Frau werden mit militärischen Ehren am Flughafen Stansted empfangen. Foto: Alex Brandon/AP
4 von 9
Donald Trump und seine Frau werden mit militärischen Ehren am Flughafen Stansted empfangen. Foto: Alex Brandon/AP
US-Präsident Donald Trump ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien eingetroffen. Foto: Joe Giddens/PA Wire
5 von 9
US-Präsident Donald Trump ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien eingetroffen. Foto: Joe Giddens/PA Wire
Jeremy Hunt (2.v.r), Außenminister von Großbritannien, und Woody Johnson (r), Botschafter der USA in Großbritannien, warten auf die Ankunft von US-Präsident Trump und der First Lady am Flughafen Stansted. Foto: Joe Giddens/PA Wire
6 von 9
Jeremy Hunt (2.v.r), Außenminister von Großbritannien, und Woody Johnson (r), Botschafter der USA in Großbritannien, warten auf die Ankunft von US-Präsident Trump und der First Lady am Flughafen Stansted. Foto: Joe Giddens/PA Wire
Der US-Präsident trifft im Winfield House, der Residenz des US-Botschafters, ein. Foto: Alex Brandon/AP
7 von 9
Der US-Präsident trifft im Winfield House, der Residenz des US-Botschafters, ein. Foto: Alex Brandon/AP
Donald Trump und First Lady Melania auf ihrem Weg nach Großbritannien. Foto: Alex Brandon/AP
8 von 9
Donald Trump und First Lady Melania auf ihrem Weg nach Großbritannien. Foto: Alex Brandon/AP

US-Präsident Trump ist gerade erst in London angekommen und hat bereits für Ärger gesorgt: Er favorisiert Boris Johnson als möglichen neuen Premierminister und kanzelt den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan ab. Wie wird er sich wohl beim Treffen mit der Queen benehmen?

London - US-Präsident Donald Trump ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien eingetroffen - und sorgte mit seinen Äußerungen für mächtig Wirbel. Trump und seine Ehefrau Melania landeten am Morgen auf dem Londoner Flughafen Stansted.

Lesen Sie bei fr.de*: Kommentar: Donald Trump und die Briten: Demütigung hoch zwei

Kurz vor Beginn seines Besuchs verspottete Trump den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan bei Twitter als "Komplettversager". Khan, der nach allem, was man höre, furchtbar schlechte Arbeit als Bürgermeister von London geleistet habe, sei auf törichte Weise "gemein" zu ihm gewesen, twitterte Trump am Montagmorgen. Dabei seien die USA der bei weitem wichtigste Bündnispartner des Vereinigten Königreiches. "Er ist ein Komplettversager, der sich auf das Verbrechen in London konzentrieren sollte, nicht auf mich", schrieb Trump weiter.

Khan erinnere ihn an "unseren sehr dummen und inkompetenten" Bürgermeister von New York, Bill de Blasio - allerdings sei der Londoner Bürgermeister "nur halb so groß", so der US-Präsident. Dabei schrieb Trump den Namen des britischen Labour-Politikers mit pakistanischen Wurzeln mit verdrehten Buchstaben als "Kahn" statt "Khan". Nichtsdestotrotz freue er sich auf seinen Besuch in Großbritannien, wo er gleich landen werde.

Khan und der US-Präsident haben sich schon häufiger öffentliche Scharmützel geliefert, unter anderem um den Umgang des Londoner Bürgermeisters mit Terrorismus sowie Trumps Arbeitsbesuch in Großbritannien im vergangenen Sommer. Am Sonntag hatte Khan nachgelegt und die Sprache des US-Präsidenten mit der von "Faschisten des 20. Jahrhunderts" verglichen. Trump sei zunehmend eine "globale Bedrohung", sagte der Londoner Bürgermeister. Auch der Demokrat de Blasio ist ein erklärter Trump-Kritiker.

Heute sind diverse Termine Trumps mit Mitgliedern des Königshauses geplant. Der Präsident und die First Lady werden zunächst feierlich im Buckingham-Palast empfangen und dort unter anderem mit der Queen zu Mittag essen. Geplant sind auch ein Besuch der Westminster Abbey in London und ein Treffen mit Prinz Charles. Für den Abend ist ein Staatsbankett im Buckingham-Palast angesetzt.

Anders als ein normaler Arbeitsbesuch wird eine Staatsvisite mit dem ganzen Pomp des Königshauses zelebriert. Trumps Besuch ist höchst umstritten. Es wird mit massiven Protesten gerechnet. Millionen Briten unterzeichneten eine Petition, um den Staatsbesuch zu verhindern. Vor Trump bekamen nur zwei US-Präsidenten eine Staatsvisite in Großbritannien: George W. Bush und Barack Obama. Trumps Tochter Ivanka meldete sich kurz nach der Landung der US-Delegation zu Wort. Sie freue sich, dabei zu sein, twitterte sie. Ob noch weitere Trump-Kinder mitreisten, war zunächst unklar. Medien hatten berichtet, der US-Präsident wolle seine vier erwachsenen Kinder mitbringen.

Am Dienstag trifft Trump die scheidende britische Premierministerin Theresa May, die nach einem monatelangen Machtkampf rund um den Brexit vor wenigen Tagen ihren Rücktritt angekündigt hatte. Kurz vor seinem Besuch hatte sich Trump in aufsehenerregenden Interviews britischer Zeitungen in die Brexit-Debatte eingemischt: Er tat darin unter anderem seine Sympathie für den exzentrischen Brexit-Hardliner Boris Johnson als Mays Nachfolger kund und empfahl notfalls einen ungeregelten EU-Ausstieg. Damit verstieß er gegen grundlegende diplomatische Konventionen. Das sorgte für Irritationen.

Kurz vor seiner Abreise in Washington hatte Trump seine Äußerungen verteidigt und gesagt, er bekomme Fragen gestellt - und die beantworte er. Zugleich stellte Trump in Aussicht, es könne sein, dass er Johnson während seines Besuches treffen werde. "Wir sind befreundet", sagte Trump. "Wir haben eine sehr gute Beziehung."

Trump lobte erneut auch den umstrittenen Chef der neuen Brexit-Partei und EU-Abgeordneten Nigel Farage. Auch mit Farage habe er eine sehr gute Beziehung, sagte Trump. Beide wollten ein Treffen. "Wir werden sehen, was passiert." Die neue Brexit-Partei wurde in Großbritannien aus dem Stand heraus stärkste Kraft bei der Europawahl.

Eine mögliche Zusammenkunft mit dem Londoner Bürgermeister Sadiq Khan schloss Trump dagegen aus. "Ich halte nicht viel von ihm", sagte der Präsidentm it Blick auf Khan. Dieser sei wie ein Zwilling des New Yorker Bürgermeisters Bill de Blasio, "nur kleiner", spottete Trump. Ein Sprecher Khans konterte, Beleidigungen wie Trump sie von sich gebe, seien eines Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht würdig.

Khan und der US-Präsident haben sich in der Vergangenheit bereits öffentliche Scharmützel geliefert, unter anderem rund um Trumps Arbeitsbesuch in Großbritannien im vergangenen Sommer. Am Sonntag hatte Khan nachgelegt und die Sprache des US-Präsidenten mit der von "Faschisten des 20. Jahrhunderts" verglichen. Trump sei zunehmend eine "globale Bedrohung", sagte der Londoner Bürgermeister. Auch der Demokrat de Blasio ist ein erklärter Trump-Kritiker.

Der US-Präsident beschimpfte kurz vor der Landung in Stansted beide Bürgermeister im Kurznachrichtendienst Twitter: Sie würden einen "schrecklichen Job" machen.

Kurz vor seiner Abreise hatte sich Trump bei einer Gedenkfeier in einer Kirche mit nach hinten gekämmten Haaren gezeigt. Doch als er aus dem Flugzeug stieg, war es praktisch wieder wie gehabt: Die goldgelbe Haarpracht war nach vorn mit Schwung zur Seite gekämmt.

dpa

*fr.de ist Teil der Ippen-Digital-Zentralredaktion

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Greta Thunberg? Donald Trump antwortet mit provokanter Gegenfrage - und stellt Forderung an sie

Davos: Erstmals seit September sind Greta Thunberg und Donald Trump wieder aufeinander getroffen. Ihre Reden beim Weltwirtschaftsforum hatten es in sich.
Greta Thunberg? Donald Trump antwortet mit provokanter Gegenfrage - und stellt Forderung an sie

Hunderttausende Strafzettel sind ungültig - bekommen Parksünder jetzt ihr Geld zurück?

Das Oberlandesgericht in Frankfurt hat geurteilt, dass Strafzettel ab sofort nur von staatlichen Kontrolleuren ausgestellt werden dürfen. Das gilt für ganz Deutschland.
Hunderttausende Strafzettel sind ungültig - bekommen Parksünder jetzt ihr Geld zurück?

Sorge um Frank Plasberg: „Hart aber fair“-Moderator erkrankt - neue Details

Zuschauer des TV-Talks „Hart aber fair“ in der ARD müssen sich in den kommenden Wochen umstellen - Moderator Frank Plasberg fällt krankheitsbedingt aus. Es gibt erste …
Sorge um Frank Plasberg: „Hart aber fair“-Moderator erkrankt - neue Details

Seehofer verbietet rechtsextreme Gruppe "Combat 18"

Seit Monaten wird das Innenministerium gedrängt, die Neonazi-Gruppe "Combat 18" zu verbieten. Immer hieß es, ein Verbot müsse gut vorbereitet sein, damit es vor Gericht …
Seehofer verbietet rechtsextreme Gruppe "Combat 18"

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.