„Feinde erwartet Alptraum“

Nach irrem Festnahme-Plan für Trump: Iran legt nach - „unterirdische Raketenstädte“

Jetzt ist jede diplomatische Zurückhaltung endgültig vergessen: Der Iran hat einen Haftbefehl gegen US-Präsident Donald Trump ausgestellt. Und das Land legt nach. 

  • Wegen der Tötung des Generals Kassem Soleimani will der Iran US-Präsident Donald Trump festnehmen lassen.
  • Das Land hat sich deshalb an die internationale Polizeibehörde Interpol gewandt.
  • Die Behörde hat mittlerweile auf die Anfrage reagiert.

Update vom 5. Juli: Erst vor wenigen Tagen wollte der Iran US-Präsident Donald Trump mithilfe Interpols festnehmen lassen - nun schickt das Land eine erneute Provokation in Richtung Vereinigte Staaten und Israel: Der Iran behauptet, am Persischen Golf unterirdische „Raketenstädte“ errichtet zu haben.

„Die Revolutionsgarden (IRGC) haben an den südlichen Küsten des Landes On- und Offshore-Raketenstädte“, zitierten mehrere iranische Medien am Sonntag IRGC-Marinekommandeur Aliresa Tangsiri. Falls notwendig werden die IRGC-Truppen laut Tangsiri diese zur Schau stellen. Dies sollte die Feinde des Irans von militärischen Aggressionen abhalten, sonst erwarte sie ein Alptraum, so der Kommandeur laut Nachrichtenagentur Tasnim.

Immer wieder gibt es im Iran Berichte über neue militärische Errungenschaften, besonders im Zusammenhang mit den IRGC. Die meisten sind geheim und können daher nicht unabhängig verifiziert werden.

Trump-Irrsinn: Iran will US-Präsident festnehmen lassen - sogar Interpol eingeschaltet

Erstmeldung: Washington/Teheran - US-Präsident Donald Trump hat im Januar dieses Jahres die Tötung des iranischen Top-Generals Kassem Soleimani* veranlasst - nun will der Iran ihn dafür festnehmen lassen. Eigenen Angaben zufolge hat sich das Land an die internationale Polizeibehörde Interpol gewandt, um eine Festnahme Trumps sowie dutzender weiterer US-Regierungsvertreter zu erreichen. Ihnen wirft die iranische Staatsanwaltschaft vor, in den tödlichen Drohnenangriff auf Soleimani involviert gewesen zu sein. „Diese Menschen werden des Mordes beschuldigt“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Montag den Staatsanwalt Ali Kassi Mehr.

Trump im Visier des Irans: „Strafverfolgung gegen ihn wird auch nach seiner Amtszeit fortgeführt“

Trump* steht demnach an der Spitze der Liste. „Die Strafverfolgung gegen ihn wird auch nach seiner Amtszeit noch fortgeführt“, betonte Kassi Mehr. Gegen insgesamt 36 US-Politiker und Militäroffiziere habe die iranische Justiz bereits Haftbefehle erlassen, hieß es auf der Internetseite der Nachrichtenagentur Misan Online, die mit den iranischen Justizbehörden verbunden ist und den Staatsanwalt zitierte. Kassi Mehr rief Interpol auf, sogenannte Rote Ausschreibungen gegen die Beschuldigten auszustellen. Das sind zwar keine Haftbefehle, jedoch werden solche Ausschreibungen für Personen ausgestellt, die wegen einer Verurteilung durch ein Gericht oder wegen einer Anklage durch einen Staatsanwalt gesucht werden.

Wegen der Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani will der Iran US-Präsident Donald Trump nun festnehmen lassen.

„Interpol würde Anfragen dieser Natur nicht berücksichtigen“, teilte die internationale Polizeiorganisation der Nachrichtenagentur AFP mit, ohne dabei direkt zu bestätigen, ob der Iran Interpol kontaktiert hat. Weiter verweist Interpol auf Artikel 3 seiner Verfassung, die jegliche Einmischung „politischer, militärischer, religiöser oder rassistischer“ Natur verbietet. Der US-Sonderbeauftragte für den Iran, Brian Hook, bezeichnete das Vorgehen des Iran als ein „Propagandamanöver“.

Übrigens: Für welche Skandale Trump im Laufe seiner bisherigen Amtszeit gesorgt hat, lesen Sie ebenfalls bei Merkur.de*.

Trump ließ Soleimani durch einen Drohnenangriff töten - Die Begründung: Geplante Anschläge auf US-Einrichtungen

Mit einem gezielten Drohnenangriff hatte das US-Militär den einflussreichen iranischen General Soleimani Anfang Januar im Irak getötet. Washington begründete den Angriff damit, dass Soleimani Anschläge auf US-Einrichtungen geplant habe. Durch die Attacke gerieten die USA und der Iran damals an den Rand eines Krieges*. (AFP,cia) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

Auch interessant:

Zuletzt überraschte Trump mit Plänen für einen umfangreichen US-Truppenabzug aus Deutschland. Das kam offenbar unter anderem in Bayern nicht gut an. Und nun formt sich auch unter demokratischen und sogar republikanischen Senatoren Widerstand gegen dieses Vorhaben. US-Senator Mitt Romney hat einen Plan zur Verhinderung des Truppenabzugs bei Twitter verkündet.  Inmitten brisanter Enthüllungen über angebliches russisches Kopfgeld auf US-Soldaten in Afghanistan ist ein Streit darum entbrannt, wie viel US-Präsident Donald Trump wusste.

 US-Präsident Donald Trump gerät in seiner Heimat weiter unter Druck. Ein Bericht wirft ihm nun „wahnhaften“ Umgang mit anderen Staatschefs vor. Angela Merkel soll Trump massiv beleidigt haben.

Rubriklistenbild: © AFP / NICHOLAS KAMM, HO

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ruth Bader Ginsburg: Donald Trump spricht bei „Fox and Friends“ über ihre Nachfolge

Donald Trump will eine Frau als Nachfolgerin für Ruth Bader Ginsburg am Supreme Court nominieren. Wann wird der Präsident seine Nominierung verkünden?
Ruth Bader Ginsburg: Donald Trump spricht bei „Fox and Friends“ über ihre Nachfolge

Nach Tod von Richterin Ginsburg: Trump vor Entscheidung mit gigantischer Auswirkung

Nur wenige Tage nach dem Tod von Ruth Bader Ginsburg will Trump schnell eine neue Richterin am obersten Gerichtshof der USA bestimmen. Die Demokraten wollen das …
Nach Tod von Richterin Ginsburg: Trump vor Entscheidung mit gigantischer Auswirkung

„Übel beim Zusehen“: FDP-Chef entsetzt mit zweideutigem Kommentar zu Kollegin - und bittet um Nachsicht

Eine Taktlosigkeit beim Bundesparteitag der FDP bringt Christian Lindner eine Menge Kritik ein. Der Parteichef tätigt zweideutige Äußerungen - fühlt sich jedoch …
„Übel beim Zusehen“: FDP-Chef entsetzt mit zweideutigem Kommentar zu Kollegin - und bittet um Nachsicht

„Hand ausgerutscht“: Polizist schlägt 19-Jährigen vor laufender Kamera ins Gesicht

Wie viel müssen Polizisten aushalten? Diese Frage entzündet sich aktuell an einem Fall in Göttingen, wo ein Beamter einen Jugendlichen ohrfeigt. Ein Video dokumentiert …
„Hand ausgerutscht“: Polizist schlägt 19-Jährigen vor laufender Kamera ins Gesicht

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.