Weltweite Empörung

USA: Nordkorea misslingt der Test von ballistischen Raketen

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Ein Mann sieht sich auf einem Monitor im Bahnhof von Seoul eine Aufnahme eines nordkoreanischen Raketenstarts an. Foto: Lee Jin-Man

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist nach zwei Tests mit Interkontinentalraketen durch Nordkorea im Juli gespannt. Jetzt lässt das Land weitere Raketentests folgen - doch anscheinend mit wenig Erfolg.

Seoul (dpa) - Trotz der großen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat Nordkorea weitere Raketen getestet. Nach Angaben des US-Militärs schlugen die Versuche mit drei ballistischen Kurzstreckenraketen am Samstag jedoch fehl. 

Zwei Raketen seien während des Flugs abgestürzt, eine dritte sei schon kurz nach dem Start nahe Kittaeryong in der östlichen Provinz Kangwon explodiert, teilte das US-Pazifikkommando mit. 

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea Tests mit ballistischen Raketen. Pjöngjang hatte im Juli mit zwei Tests von Interkontinentalraketen (ICBM) weltweit Empörung ausgelöst.

Das südkoreanische Militär bestätigte, dass Nordkorea am Samstagmorgen (Ortszeit) "einige" Raketen in Richtung offenes Meer abgefeuert habe. Einige von ihnen seien etwa 250 Kilometer geflogen und im Japanischen Meer (koreanisch: Ostmeer) niedergegangen. Südkorea und die USA werteten weitere Informationen aus, hieß es. 

Der Konflikt um das nordkoreanische Raketen- und Atomprogramm heizt sich seit Monaten auf. Der UN-Sicherheitsrat hatte als Reaktion auf die beiden ICBM-Tests im Juli die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen das diplomatisch isolierte Land verhängt. 

US-Präsident Donald Trump drohte der kommunistischen Führung in Pjöngjang mit "Feuer und Zorn", was angesichts der atomaren Bewaffnung beider Länder für Unruhe sorgte. Nordkorea drohte zeitweise damit, Raketen in die Gewässer um die US-Pazifikinsel Guam abzufeuern.    

US-Außenminister Rex Tillerson hatte sich zuletzt aber erleichtert darüber gezeigt, dass Nordkorea seit der Verhängung der neuen Sanktionen in diesem Monat keine "neuen Provokationen" unternommen habe. Pjöngjang, das Washington eine feindselige Politik unterstellt, arbeitet an der Entwicklung von Raketen, die einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können. Ballistische Raketen sind in der Regel militärische Boden-Boden-Raketen, sie können je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder auch atomare Sprengköpfe befördern.

Die jüngsten Raketentests durch Nordkorea erfolgten während laufender Militärübungen der USA mit Südkorea. Pjöngjang hatte mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht. Nordkorea wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Manöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder bestreiten. 

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