Kampf gegen IS

USA setzen „Mutter aller Bomben“ in Afghanistan ein

+
Die Bombe GBU-43/B

Dschalalabad - Im Kampf gegen den IS in Afghanistan greifen die USA nun zu härteren Mitteln: Erstmals überhaupt haben die Streitkräfte dort die „Mutter aller Bomben“ eingesetzt.

Erstmals haben die US-Streitkräfte ihre stärkste nicht-atomare Bombe in einem Kampfeinsatz abgeworfen. Der rund 10.000 Kilogramm schwere Sprengkörper traf einen "Tunnelkomplex" der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Osten Afghanistans, wie ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums am Donnerstag mitteilte. 

Die Waffe des Typs GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast wird im Militärjargon in Anlehnung an seine Abkürzung „MOAB“ als "Mutter aller Bomben" bezeichnet. Eingesetzt wurde sie den Angaben zufolge im Achin-Distrikt in der Provinz Nangarhar. Dort war am vergangenen Wochenende ein US-Soldat im Einsatz gegen die Dschihadisten getötet worden.

Keine neue Leitlinie von Trump

Die US-Streitkräfte seien derzeit dabei, den Schaden zu beurteilen, hieß es. Die Rebellen verstärkten derzeit ihre Verteidigungslinien mit improvisierten Sprengkörpern, Tunnels und Bunkern, hieß es. „Dies ist die richtige Munition, um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen und das Momentum unserer Offensive gegen den IS zu erhalten“, zitiert das Pentagon den Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, General John Nicholson.

Grundsätzlich haben sich die Regeln für US-geführte Luftangriffe gegen den IS jedoch nicht geändert, wie der US-General Rick Uribe in Bagdad sagte. Der Regierungswechsel in Washington habe keine Folgen für die geltenden Einsatzrichtlinien gehabt. US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf gesagt, er habe einen geheimen Plan für die Vernichtung der Dschihadistenmiliz in der Schublade. Seit Amtsantritt hat er einen solchen Plan aber nicht präsentiert.

Die Mega-Bombe MOAB war bereits in den Jahren 2002 bis 2003 entwickelt worden. Sie wurde nach Angaben der US-Luftwaffe zuletzt im Jahr 2003 getestet. Danach sei eine gewaltige pilzförmige Wolke bis in 32 Kilometer Entfernung zu sehen gewesen.

AFP/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Terroropfer sollen mehr Entschädigungen und Hilfe bekommen

Überforderte Behörden, unsensible Beamte, ausbleibende Hilfe: Bei der Betreuung der Verletzten und Hinterbliebenen des Berliner Terroranschlags ist viel schief gelaufen. …
Terroropfer sollen mehr Entschädigungen und Hilfe bekommen

EU-Streit: Bundesregierung fordert weiter Umverteilung von Flüchtlingen

Im Streit um die EU-Migrationspolitik hält Deutschland an der Forderung nach einer Umverteilung von Flüchtlingen zur Entlastung von Hauptankunftsländern fest.
EU-Streit: Bundesregierung fordert weiter Umverteilung von Flüchtlingen

Unterstützung von Terroropfern muss dringend besser werden

Der Bundestag fordert dringend eine bessere Unterstützung und Betreuung von Terroropfern und deren Angehörigen. Das Parlament beschloss dazu am Mittwoch einen Antrag.
Unterstützung von Terroropfern muss dringend besser werden

SPD-Vize Kohnen vor GroKo-Gipfel: „Politischer Umgang von Horst Seehofer lässt zu wünschen übrig“

SPD und Union ringen um eine neue Bundesregierung. GroKo ja oder nein? Ist „KoKo“ vom Tisch? Heute Abend will die SPD eine Entscheidung treffen. Alle News im Ticker.
SPD-Vize Kohnen vor GroKo-Gipfel: „Politischer Umgang von Horst Seehofer lässt zu wünschen übrig“

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.