Rod Rosenstein

Stellvertretender US-Justizminister reicht Rücktritt ein - und schreibt Brief an Trump

Rod Rosenstein, US-Vize-Justizminister, der eine wichtige Rolle bei der Russland-Untersuchung gespielt hat, verlässt seinen Posten.
+
Rod Rosenstein, US-Vize-Justizminister, der eine wichtige Rolle bei der Russland-Untersuchung gespielt hat, verlässt seinen Posten.

Rod Rosenstein hatte die Ermittlungen in der Russland-Affäre beaufsichtigt. Schon lange gab es Gerüchte über einen möglichen Rückzug des US-Vize-Justizministers.

Washington - Der stellvertretende US-Justizminister Rod Rosenstein, der eine wichtige Rolle bei der Russland-Untersuchung gespielt hat, verlässt seinen Posten. Der Schritt war erwartet worden. Rosenstein informierte Präsident Donald Trump am Montag darüber, dass er am 11. Mai aus dem Amt ausscheiden wird, und bedankte sich bei dem Präsidenten.

Das Verhältnis zwischen den beiden war von Höhen und Tiefen geprägt. Nachdem Trump im Mai 2017 den damaligen FBI-Direktor James Comey gefeuert hatte, setzte Rosenstein den Sonderermittler Robert Mueller ein, um die Russland-Affäre um Trump zu untersuchen. Mueller ermittelte fast zwei Jahre lang, ob Trumps Wahlkampfteam geheime Absprachen mit Vertretern Russlands getroffen hat und ob Trump die Justiz behinderte. Rosenstein hatte die Aufsicht über die Untersuchung.

Rod Rosenstein wollte Posten ursprünglich schon im März verlassen

Ursprünglich wollte der 54-Jährige seinen Posten schon im März verlassen, blieb dann aber bis zum Ende der Mueller-Untersuchung. Nachdem der Sonderermittler einen vertraulichen Bericht über seine Erkenntnisse vorgelegt hatte, kamen Justizminister William Barr und Rosenstein zu dem Schluss, dass Trump sich nicht der Justizbehinderung schuldig gemacht habe. Diese Entscheidung gilt als umstritten, weil Mueller selbst keine Festlegung in dieser Frage getroffen hatte, sondern Indizien dafür und dagegen vorlegte.

In seinem Brief schrieb Rosenstein an Trump: „Ich bin Ihnen dankbar für die Gelegenheit, das Amt auszuüben, für die Höflichkeit und den Humor, den Sie in unseren persönlichen Gesprächen gezeigt haben, und für die Ziele, die Sie in ihrer Antrittsrede gesetzt haben: Patriotismus, Eintracht, Sicherheit, Bildung und Wohlstand“.

Trump hat mit dem konservativen Juristen Jeffrey Rosen bereits einen Nachfolger für Rosenstein ernannt. Der Senat muss der Personalie noch zustimmen.

Alle weiteren News aus den USA finden Sie in unserem News-Ticker.

dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Afghanistan: Vergessene Bundeswehr-Fluglotsen flüchteten nach Pakistan – getrennt von Frauen und Kindern
Politik

Afghanistan: Vergessene Bundeswehr-Fluglotsen flüchteten nach Pakistan – getrennt von Frauen und Kindern

Monatelang waren zwei Männer auf der Flucht. Beide arbeiteten in Afghanistan als Fluglotsen für die Bundeswehr – wurden aber nicht als Ortskräfte anerkannt. Jetzt dürfen …
Afghanistan: Vergessene Bundeswehr-Fluglotsen flüchteten nach Pakistan – getrennt von Frauen und Kindern
Altmaier: Knopf der Anzugjacke saß noch nie so gut
Politik

Altmaier: Knopf der Anzugjacke saß noch nie so gut

Peter Altmaier hat abgenommen, wie er der „Bild“ erzählt. Eine Ernährungsumstellung soll den CDU-Politiker dabei unterstützen.
Altmaier: Knopf der Anzugjacke saß noch nie so gut
Ampel-Plan zu Impfpflicht für Pflegekräfte sickert durch - auch Gastro-Verschärfung steht im Raum
Politik

Ampel-Plan zu Impfpflicht für Pflegekräfte sickert durch - auch Gastro-Verschärfung steht im Raum

Die Politik streitet über die Corona-Maßnahmen. Die Ampel legt nun Pläne für eine Teil-Impfpflicht vor. Der News-Ticker.
Ampel-Plan zu Impfpflicht für Pflegekräfte sickert durch - auch Gastro-Verschärfung steht im Raum
Grüne lassen über Koalitionsvertrag abstimmen: Habeck und Baerbock stellen sich den Mitgliedern - ein Risiko?
Politik

Grüne lassen über Koalitionsvertrag abstimmen: Habeck und Baerbock stellen sich den Mitgliedern - ein Risiko?

Die Grünen lassen ihre Mitglieder über den Koalitionsvertrag abstimmen. Die Ampel steht damit vor eine ihrer letzten Hürden.
Grüne lassen über Koalitionsvertrag abstimmen: Habeck und Baerbock stellen sich den Mitgliedern - ein Risiko?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.