US-Mitarbeiter festgenommen

USA „tief beunruhigt“ - droht ein Konflikt zwischen Trump und Erdogan?

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Recep Tayyip Erdogan (li.) und Donald Trump bei der UN-Vollversammlung

Für Donald Trump könnte sich ein weiterer Konfliktherd auftun - diesmal unverschuldet. Die Türkei hat einen US-Mitarbeiter in Istanbul festgenommen.

Istanbul/Washington - Die USA haben sich "zutiefst beunruhigt" über die Festnahme eines türkischen Mitarbeiters des US-Konsulats in Istanbul gezeigt. Die Vorwürfe gegen die Ortskraft des Konsulats seien "völlig unbegründet", erklärte die US-Botschaft in Ankara am Donnerstag. Der Mann war am Mittwochabend unter dem Vorwurf, zur verbotenen Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen zu gehören, in Untersuchungshaft genommen worden.

Ihm wird zudem Spionage und ein Versuch zum Sturz der Regierung vorgeworfen. Ankara macht den im US-Exil lebenden Geistlichen Gülen für den gescheiterten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich und fordert dessen Auslieferung. Die US-Justiz verlangt dafür aber konkrete Beweise gegen Gülen, der jede Verwicklung in den Umsturzversuch bestreitet.

Erst Ende September hatte die Türkei den USA einen Deal vorgeschlagen, um die Auslieferung Gülens zu erstreiten - die Vereinigten Staaten reagierten mit einer Verschärfung ihrer Reisehinweise für die Türkei. Nun folgt also die nächste Eskalation.

Botschaft warnt vor Verschlechterung der Beziehungen

Die Botschaft kritisierte, dass der Konsulatsangestellte anscheinend „in den Medien statt in einem Gerichtssaal“ verurteilt werden solle. Sie warnte vor einer Verschlechterung der türkisch-amerikanischen Beziehungen. „Grundlose, anonyme Behauptungen gegen unsere Angestellten untergraben und entwerten diese langjährige Partnerschaft“, hieß es.

Nach Angaben des Ministerpräsidenten Binali Yildirim sitzen etwa 54.400 Menschen im Zusammenhang mit dem Putschversuch in Untersuchungshaft. Diese Woche waren auch 35 Mitarbeiter der Istanbuler Stadtverwaltung festgenommen worden. Auch mehrere deutsche Staatsbürger befinden sich weiter in der Türkei in Haft.

AFP/dpa/fn

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