Flüchtlingsdrama in Asien

USA verschärfen wegen Rohingya-Krise Kurs gegenüber Myanmar

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Kinder der muslimischen Minderheit Rohingya warten in Thaingkhali (Bangladesch) auf die Essensrationen einer Hilfsorganisation. Foto: Dar Yasin

Washington (dpa) - Wegen der anhaltenden Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar wollen die Vereinigten Staaten ihren Kurs gegenüber Myanmar verschärfen.

"Wir sind zutiefst besorgt über die aktuellen Entwicklungen im Bundesstaat Rakhine und die gewaltsamen und traumatisierenden Misshandlungen, die die Rohingya und andere Gemeinschaften ertragen müssen", teilte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, am Montag (Ortszeit) mit. Unter anderem zieht das Ministerium Sanktionen gegen die Regierung in Myanmar sowie Restriktionen gegen Militärmitglieder in Erwägung.

So sei es notwendig, alle verantwortlichen Einzelpersonen oder Gruppen, wie Bürgerwehren und nichtstaatliche Akteure, für ihre Gräueltaten zur Rechenschaft zu ziehen. "Die Regierung Burmas einschließlich der bewaffneten Streitkräfte müssen sofort Schritte einleiten, um die Sicherheit und den Frieden zu sichern und den bedürftigen Gemeinschaften humanitäre Hilfe zu gewährleisten", erklärte Nauert. Zudem soll den Rohingya eine Rückkehr ermöglichen werden.

Fast 600.000 Rohingya sind seit Ende August geflohen, weil ihre Dörfer in Brand gesteckt und Menschen ermordet wurden. Myanmar bestreitet eine ethnische Säuberung. Nach Angaben des UN- Flüchtlingshilfswerkes UNHCR handelt es sich um einen der größten humanitären Notfälle weltweit.

Zugleich stellen sich die Vereinten Nationen auf eine noch größere Krise ein. Die Zahl der Menschen, die weiter täglich über die Grenze komme, sei zwar auf wenige Tausend gesunken. "Aber wenn das so weitergeht, wird die Zahl in sehr absehbarer Zeit eine Million übersteigen", sagte der Generaldirektor der Organisation für Migration (IOM), William Lacy Swing, am Montag bei einer Geberkonferenz in Genf. 

Die Zahl der Rohingya wird auf 1,1 Millionen geschätzt. Die Muslime werden im buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten verfolgt. Die Regierung sieht sie als illegale Einwanderer und verweigert den meisten die Staatsbürgerschaft, obwohl viele schon mit den britischen Kolonialherren im 19. Jahrhundert in die Rhakine-Region kamen. Buddhistische Mönche schüren den Hass in der Bevölkerung mit rassistischen Tiraden. "Es ist eines der ausgestoßensten Völker der Welt", sagte Lacy Swing.

Nach blutigen Unruhen 2012 waren schon Hunderttausende Rohingya in Internierungslager gezwungen worden. Nachdem militante Rohingya im August Sicherheitskräfte überfielen, startete die Regierung "Säuberungsaktionen". Die Geflüchteten berichten, dass Soldaten und Zivilisten ihre Häuser und Felder abbrannten sowie Menschen erschossen und mit Macheten ermordeten.

Tweet Sprecherin US-State Department

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