Nach anhaltender Kritik

Wegen fragwürdigen Äußerungen: MDR trennt sich von Kabarettist

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Der MDR hat seine Zusammenarbeit mit Uwe Steimle beendet.

Der MDR beendet die Zusammenarbeit mit Kabarettist Uwe Steimle. Schon länger hatte es Kritik an dessen Aussagen gegeben.

  • Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) trennt sich nach anhaltender Kritik von Uwe Steimle.
  • Der Kabarettist aus Dresden hatte mit Äußerungen für Kritik gesorgt.
  • Der MDR sieht keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

München - Schon länger stand Kabarettist Uwe Steimle wegen seiner provokanten Aussagen und politisch fragwürdigen Sprüche in der Kritik. Jetzt zog der MDR die Konsequenzen: Der Fernsehsender trennt sich von dem Schauspieler und Kabarettisten, der unter anderem aus der Fernsehserie Polizeiruf 110 bekannt ist. Die Sendereihe „Steimles Welt“ wird 2020 nicht fortgesetzt.

Grund seien wiederholte öffentliche Vorwürfe gegen den Sender, teilte MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi am Mittwoch auf Twitter mit. Der MDR sehe keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit: 

Uwe Steimle: Rauswurf beim MDR nach heftiger Kritik

In der Vergangenheit hatte Steimle unter anderem mit Aussagen über Flüchtlinge oder politischen Vergleichen für Aufsehen gesorgt, wie merkur.de* berichtete. 

Beispielsweise bezeichnete er in einem Interview mit der rechtsgerichteten „Jungen Freiheit“ die Bundesrepublik Deutschland als „besetztes Land“. Außerdem trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift „Kraft durch Freunde“ in Frakturschrift - und spielte damit offensichtlich auf die einstige NS-Freizeitorganisation an, die den Namen „Kraft durch Freude“ trug. Der MDR hatte dies im Juni auf Twitter mit den folgenden Worten kommentiert: „Uwe Steimle ist Kabarettist und Satiriker. In den Sendungen, die der MDR mit ihm als freiem Mitarbeiter produziert, achten wir darauf, dass seine Satire auch als solche erkennbar ist.“

MDR-Programmdirektor: Steimle stellte Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks infrage

Wie Jacobi erklärte, hatte Steimle außerdem wiederholt die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks infrage gestellt. In einem Interview mit der „Jungen Freiheit“ habe der 56-Jährige dem Sender 2018 „mangelnde Staatsferne“ vorgeworfen. „Der MDR hat schon damals öffentlich klargestellt, dass diese Aussage für ihn nicht akzeptabel ist“, so Jacobi. Nach neuerlichen Vorwürfen gegen den MDR wegen mangelnder Loyalität dem Kabarettisten gegenüber sei „nun der Punkt erreicht, der eine weitere Zusammenarbeit für uns unmöglich macht.“ 

Bereits im Februar 2018 hatte der Verein Friedensdekade nach Protesten und Populismusvorwürfen Steimle die Schirmherrschaft über die Ökumenische Friedensdekade entzogen. 

Eine Anfrage der Deutschen Prersse-Agentur bei Steimles Management mit Bitte um einen Kommentar blieb zunächst unbeantwortet.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

spl mit dpa

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