„Krise großen Ausmaßes“

Venezuela: Opposition bittet Papst Franziskus um Beistand

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Ein friedlicher Demonstrationsmarsch präsentiert die Namen getöteter Protestierender

Im Streit mit der Regierung hofft die Opposition in Venezuela nun auf Unterstützung aus dem Vatikan. Die Lage sei ernst, sagt Parlamentspräsident Julio Borges.

Caracas - Angesichts der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise in Venezuela hat die Opposition Papst Franziskus um Beistand gebeten. Das katholische Kirchenoberhaupt solle die sozialistische Regierung von Nicolás Maduro zur Annahme humanitärer Hilfe und Achtung der Menschenrechte drängen, sagte der Präsident des von der Opposition dominierten Parlaments, Julio Borges, am Donnerstag.

„Unser Land befindet sich in einer humanitären Krise großen Ausmaßes“, sagte er. Es fehle an Lebensmittel und Medizin. Die Regierung bestreite, dass das Land in einer Krise stecke und habe Hilfsangebote, beispielsweise der Caritas, abgelehnt.

Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten 

Wegen des niedrigen Ölpreises, Korruption und jahrelanger Misswirtschaft verfügt Venezuela kaum noch über Devisen für Importe. In den Geschäften fehlt es an Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs.

Zuletzt hatte Präsident Maduro das Parlament entmachtet. Zahlreiche Regierungsgegner sind in Haft. „Jene, die für den Hunger verantwortlich sind, schließen die Türen für humanitäre Hilfe, und verteidigen um jeden Preis ihre Macht“, sagte Borges.

Mehr über die Hintergründe der Krise in Venezuela erfahren Sie in diesem Artikel.

dpa

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