Reicht das Geld im Alter?

Verbraucherzentralen fordern Modell einer "Extrarente"

Die Verbraucherzentralen fordern ein neues, staatlich organisiertes Angebot zur privaten Altersvorsorge. Foto: Jens Kalaene
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Die Verbraucherzentralen fordern ein neues, staatlich organisiertes Angebot zur privaten Altersvorsorge. Foto: Jens Kalaene
Dem Konzept zufolge sollen Einzahlungen der Arbeitnehmer flexibel etwa zwischen fünf und mehreren Hundert Euro im Monat möglich sein. Foto: Monika Skolimowska
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Dem Konzept zufolge sollen Einzahlungen der Arbeitnehmer flexibel etwa zwischen fünf und mehreren Hundert Euro im Monat möglich sein. Foto: Monika Skolimowska
Sein Name ist mit einer speziellen Art der Rente verbunden: Ex-Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD). Foto: Marijan Murat
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Sein Name ist mit einer speziellen Art der Rente verbunden: Ex-Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD). Foto: Marijan Murat
Entspannte Rentner: Nicht jeder Ruheständler hat so vorsorgen können, dass er im Alter frei von finanziellen Sorgen ist. Foto: Stephan Scheuer
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Entspannte Rentner: Nicht jeder Ruheständler hat so vorsorgen können, dass er im Alter frei von finanziellen Sorgen ist. Foto: Stephan Scheuer
In der Kölner Innenstadt bittet eine alte Frau um Almosen: Über das Ausmaß der Altersarmut wird immer wieder gestritten. Foto: Federico Gambarini
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In der Kölner Innenstadt bittet eine alte Frau um Almosen: Über das Ausmaß der Altersarmut wird immer wieder gestritten. Foto: Federico Gambarini

Viele Menschen machen sich Gedanken, ob das Geld im Alter reicht. Doch private Vorsorge über die Riester-Rente überzeugt nicht alle. Verbraucherschützer werben nun für ein konkretes Alternativmodell.

Berlin (dpa) - Die Verbraucherzentralen fordern eine "Extrarente" als neues, staatlich organisiertes Angebot zur privaten Altersvorsorge. Bisher gebe es meist teure, kaum rentable und unflexible Produkte.

Von denen profitiere vor allem die Versicherungswirtschaft, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, am Montag.

Damit Menschen mehr Geld im Alter hätten, sei aber eine kostengünstige und gewinnbringende Anlage entscheidend. Der Verband wirbt daher seit längerem für ein neues Standardprodukt und hat nun ein genaueres Konzept vorgelegt. Grüne und der Sozialverband VdK unterstützen den Vorstoß, von der Versicherungsbranche kam Kritik.

Nach Plänen der Verbraucherschützer sollen Arbeitnehmer automatisch über ihren Arbeitgeber in die Vorsorge einzahlen - es sei denn, sie widersprechen. Möglich sein sollen Einzahlungen auch für Selbstständige. Ein öffentlicher Träger soll dann über Ausschreibungen private Fondsmanager beauftragen, das Geld am Kapitalmarkt anzulegen - vor allem in Aktien. Langfristig seien so höhere Renditen zu erzielen, erläutert der vzbv. Die Organisation über den öffentlichen Träger reduziere zudem Kosten im Vergleich zu gewinnorientierten Unternehmen. Kosten für Vertrieb entfielen ganz.

Die Bundesregierung sei nun gefragt, erklärte Verbandschef Müller. Komme ein Gesetzentwurf noch in diesem Jahr, könnten Verbraucher ab 2022 auf diese Weise vorsorgen.

Grünen-Chef Robert Habeck begrüßte den Vorschlag. Die Riester-Rente sei geprägt von geringen Renditen, hohen Vertriebs- und Verwaltungskosten und teuren Zinsgarantien. "Oft lohnt sich der Abschluss nur wegen der staatlichen Förderung und in vielen Fällen noch nicht einmal dann. Das muss aber nicht so sein", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Aus Sicht des Sozialverbands VdK bietet das Konzept Menschen, die mehr Geld zur Verfügung haben, transparente und kostengünstige Angebote der privaten Altersvorsorge.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erklärte dagegen, der Vorschlag löse keine der Herausforderungen für die Altersvorsorge. So setzten die Verbraucherschützer voll auf den Aktienmarkt, das Risiko müssten allein die Sparer tragen. Zudem ziele der Vorschlag in erster Linie auf Arbeitnehmer. Nötig sei aber eine Altersvorsorge unabhängig vom beruflichen Status.

Laut vzbv-Konzept sollen Einzahlungen der Arbeitnehmer flexibel etwa zwischen fünf und mehreren Hundert Euro im Monat möglich sein. Die Höhe soll auch laufend zu ändern sein. In einer "Basisvariante" sollen vier Prozent des Bruttoeinkommens als monatliche Einzahlung vorgesehen werden.

Das Geld soll bis zum 49. Lebensjahr komplett in Aktien angelegt werden, was höhere Risiken, aber auch eine höhere zu erwartende Rendite bedeute. Danach solle schrittweise in nicht so stark schwankende Anlagen umgeschichtet werden. Ausgeschüttet werden soll die "Extrarente" dann, indem Fondsanteile Stück für Stück verkauft und das entsprechende Geld monatlich ausgezahlt wird.

Über die Zukunft der Alters-Absicherung wird derzeit diskutiert, auch in einer Kommission der Bundesregierung. Dabei geht es neben der gesetzlichen Rente um betriebliche und private Vorsorge. Ein generelles Problem für private Vorsorge-Angebote sind die anhaltend niedrigen Zinsen.

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