Polizei ermittelt

Paket mit „Knallsatz“ im Finanzministerium gefunden - Adressat Schäuble?

+
Im Bundesfinanzministerium in Berlin wurde ein verdächtiges Paket entdeckt.

Berlin - Ein verdächtiges Paket hat einen Polizeieinsatz im Finanzministerium ausgelöst. Offenbar war es an Wolfgang Schäuble adressiert - und enthielt einen „Knallsatz“.

Im Berliner Bundesfinanzministerium ist in der Poststelle ein gefährliches Paket mit einem explosiven Gemisch und scharfem Zünder entdeckt worden. Das sogenannte Blitzknallgemisch hätte laut Polizei beim Öffnen zu erheblichen Verletzungen führen können. Das Paket wurde nach Angaben der griechischen Regierung in Athen verschickt, als Absender wurde stellvertretende Chef der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) genannt.

Zünder von Spezialisten entschärft

Mitarbeiter der Poststelle hatten das Paket geröntgt und Alarm geschlagen. Den Zünder entschärften Spezialisten daraufhin noch in der Poststelle, den Rest des Pakets machten sie auf einem Sprengplatz der Polizei unschädlich. Verletzt wurde niemand. Ob das Paket an Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) adressiert war, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die „Bild“-Zeitung und die „B.Z“ berichteten, es sei direkt an den Minister adressiert gewesen.

Am Abend berichtete eine Sprecherin der Ministeriums für Bürgerschutz in Athen, dass die deutschen Behörden mit den griechischen Kollegen Kontakt aufgenommen hätten. Nach ihren Angaben habe es sich nicht um ein Paket, sondern um einen dicken Umschlag gehandelt, als Absender habe der Name des stellvertretenden ND-Chefs Adonis Georgiadis auf dem Umschlag gestanden, sagte die Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

„Es ist kein Witz, es ist leider wahr“

Georgiadis bestätigte das über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Es ist kein Witz, es ist leider wahr“, twitterte er. Der „Bild“-Zeitung sagte er: „Der oder die Terroristen haben wohl meinen Namen genommen, weil ich in Griechenland als Freund von Herrn Schäuble gelte.“

Bereits im November 2010 war im Kanzleramt ein Sprengstoff-Päckchen aus Griechenland entschärft worden, das an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) adressiert war. Die Bundesregierung sah damals einen Zusammenhang mit einer Serie von Briefbomben, die in Athen verschickt worden waren.

Nach Angaben der Polizei kann der im Bundesfinanzministerium entdeckte Stoff zur Herstellung von Pyrotechnik verwendet werden. Nach dem Fund mussten Mitarbeiter die Poststelle und umliegende Räume des Hauses nahe dem Potsdamer Platz umgehend verlassen.

dpa/fn

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

China baut Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer aus

Peking schafft Fakten: Unvermindert werden die Militäranlagen im Südchinesischen Meer ausgebaut. Dabei bergen die betroffenen Inseln erhebliches Konfliktpotenzial.
China baut Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer aus

GroKo: SPD will über Sondierungen entscheiden - CSU stichelt heftig

SPD und Union ringen um eine neue Bundesregierung. GroKo ja oder nein? Ist „KoKo“ vom Tisch? Nach den ersten Gesprächen muss sich die SPD entscheiden. Alle News im …
GroKo: SPD will über Sondierungen entscheiden - CSU stichelt heftig

Maaßen: Überwachung von Islamisten hat Grenzen

Der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt war als gefährlicher Islamist bekannt. Aufgehalten wurde er nicht. Wie kann das sein? Und wie groß ist die Terrorgefahr heute?
Maaßen: Überwachung von Islamisten hat Grenzen

Geschlossen und optimistisch: Die CSU muss sich neu erfinden

Auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg dürfte kaum etwas Überraschendes passieren. Dabei ist die demonstrative Harmonie und Klarheit in der Partei nach den jüngsten …
Geschlossen und optimistisch: Die CSU muss sich neu erfinden

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.