Warnung für Jamaika-Gespräche

Versicherer: Bei höherer Mütterrente wohl Beitragsanstieg

+
Seit 2014 wird rund 9,5 Millionen Frauen mit vor 1992 geborenen Kindern bei der Rente ein zusätzliches Jahr Erziehungszeit angerechnet. Foto: Jens Kalaene

Am Montag wollen die Jamaika-Unterhändler die Sondierungen fortsetzen und unter anderem über die Rentenpolitik beraten.

Berlin (dpa) - Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV-Bund) hat die Jamaika-Unterhändler davor gewarnt, die Mütterrente erneut ohne Steuermittel anzuheben. Sollten sich CDU, CSU, FDP und Grünen dazu entschließen, "so wäre ein Beitragssatzanstieg in der Legislaturperiode wahrscheinlich".

Auch eine Aufstockung der Renten für Geringverdiener müsse aus Steuermitteln finanziert werden, sagte die Präsidentin der Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, der Deutschen Presse-Agentur.

Seit 2014 wird rund 9,5 Millionen Frauen mit vor 1992 geborenen Kindern bei der Rente ein zusätzliches Jahr Erziehungszeit angerechnet. Die CSU will ein weiteres Jahr anerkennen. Dann wären ältere Mütter vollständig mit Frauen gleichgestellt, die nach 1992 Kinder zur Welt gebracht haben. Die Mütterrente ist nach Ansicht der DRV-Bund eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und sollte deswegen aus Steuermitteln aufgebracht werden. Ein Rentenpunkt für diese Frauen kostet demnach zwischen sechs und sieben Milliarden Euro.

Am Montag wollen die Jamaika-Unterhändler die Sondierungen fortsetzen und unter anderem über die Rentenpolitik beraten. Roßbach forderte sie auf, den Beitragszahlern neue Grenzen bei Rentenniveau und -beiträgen für die Zeit nach 2030 aufzuzeigen. Die bis dahin festgeschriebenen Haltelinien sind 43 Prozent beim Rentenniveau und 22 Prozent vom Brutto bei den Beiträgen. Zur Zeit liegen die Beiträge bei 18,7 Prozent. Das Rentenniveau zeigt das Verhältnis der Standardrente eines Jahres zum Durchschnittsverdienst an.

Die Chefin der DRV-Bund verlangte eine einheitliche Information über alle Altersvorsorgesysteme. "Nur so erhalten die Versicherten einen Gesamtüberblick über ihre Ansprüche aus den Einzelsystemen der Alterssicherung und können eine sachgerechte Entscheidung über ihre Altersvorsorge treffen. Die neue Regierung sollte hierfür eine entsprechende Rechtsgrundlage schaffen."

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Lange Haftstrafen für führende "Cumhuriyet"-Mitarbeiter

Die Zeitung "Cumhuriyet" ist der türkischen Regierung schon lange ein Dorn im Auge. Nun werden zahlreiche Mitarbeiter zu harten Strafen verurteilt. Die Journalisten …
Lange Haftstrafen für führende "Cumhuriyet"-Mitarbeiter

BAMF-Skandal: Tausende Asyl-Entscheidungen werden überprüft

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wird viel kritisiert. Zuletzt machte das Amt mit fragwürdigen Asylentscheidungen in der Außenstelle in Bremen Schlagzeilen. …
BAMF-Skandal: Tausende Asyl-Entscheidungen werden überprüft

Mehrere große Kundgebungen gegen Antisemitismus - Mini-Demo in Berlin abgebrochen

In Berlin und anderen deutschen Städten haben sich zahlreiche Menschen mit den Juden in Deutschland solidarisiert und dem Antisemitismus den Kampf angesagt.
Mehrere große Kundgebungen gegen Antisemitismus - Mini-Demo in Berlin abgebrochen

Türkei: Mehrjährige Haftstrafen für führende „Cumhuriyet“-Mitarbeiter

Im Prozess gegen die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet" in Istanbul sind am Mittwoch mehrere der angeklagten Mitarbeiter zu langen Haftstrafen verurteilt worden.
Türkei: Mehrjährige Haftstrafen für führende „Cumhuriyet“-Mitarbeiter

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.