Verteilen statt Vernichten - Michael Roth MdB bei der Witzenhäuser Tafel

Witzenhausen. Auch die beißende Kälte kann den etwa 40 Wartenden vor den Türen der Tafel in Witzenhausen nichts anhaben. "Zu uns kommen Mensch

Witzenhausen. Auch die beißende Kälte kann den etwa 40 Wartenden vor den Türen der Tafel in Witzenhausen nichts anhaben. "Zu uns kommen Menschen aus der gesamten Region, bei denen das Geld nicht ausreicht, um sich für den ganzen Monat mit Lebensmitteln zu versorgen", erläutert Renate Grimm, die Leiterin der Witzenhäuser Tafel dem Bundestagsabgeordneten Michael Roth.

Nicht selten sind es kinderreiche Familien, die ihre Regale zu Hause mit dem Nötigsten auffüllen möchten. Damit es gerecht zugeht, ziehen die Wartenden vor Einlass eine Wartenummer und können dann nacheinander für einen Euro einkaufen.

Dabei ist die Tafel auf regelmäßige Spenden angewiesen. "Bei uns spenden sowohl viele Firmen aus der Region, aber auch die Kirchen und Privatpersonen", freut sich Renate Grimm. Aber nicht immer können sie den Menschen, die zu ihnen kommen, mit dem Nötigsten versorgen.

Was nicht in den Regalen zu finden ist, das versuchen die ehrenamtlichen Helferinnen durch Spendenaktionen vor Supermärkten zu bekommen: "Mit unserer Aktion ,Kauf eins mehr' werben wir dafür, dass beim Einkauf zusätzlich länger haltbare Waren wie Nudeln, Reis, Zucker oder Mehl gekauft und uns gespendet werden."

Sorgen bereitet dem Politiker Roth der oft unbedachte Umgang mit Lebensmitteln. "Wir werfen einen sehr großen Teil unserer Nahrung einfach weg oder vernichten sie", verweist Roth auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie und plädiert für einen sorgfältigeren Umgang mit Lebensmitteln.

"Es mangelt uns nicht an ausreichend Nahrung, sondern daran, dass sie nicht richtig verteilt wird. Die Tafeln mit ihren engagierten Helferinnen und Helfern erinnern uns daran, dass es auch in unserer Überflussgesellschaft noch Mangel gibt", so Roth.

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