Trump auf dem Cover

“Völlig deplatziert“: Zentralrat der Juden empört über „Stern“-Titelbild

Das aktuelle Titelbild des „Stern“ ist geschmacklos und deplatziert, kritisiert der Zentralrat der Juden. Zu sehen ist darauf US-Präsident Trump in zweifelhafter Pose.

Das aktuelle Titelbild des Magazins Stern, das US-Präsident Donald Trump mit Hitlergruß zeigt, ist beim Zentralrat der Juden in Deutschland auf scharfe Kritik gestoßen. "Die Darstellung von Präsident Trump als vermeintlich neuer Hitler ist geschmacklos und völlig deplatziert", sagte der Zentralratsvorsitzende Josef Schuster dem Berliner Tagesspiegel. Als seriöses Wochenmagazin sollte der Stern von derart "relativierenden Effekthaschereien" absehen.

Trumps Umgang mit den antisemitischen und rassistischen Aufmärschen in Charlottesville lasse sich zwar zurecht kritisieren, sagte Schuster. Auch sollte der US-Präsident energisch gegen die Rechtsextremisten im eigenen Land vorgehen und sie nicht mit den Gegendemonstranten gleichsetzen.

„Das verharmlost den Nationalsozialismus“

"Präsident Trump aber mit Hitlergruß und dem Untertitel 'Sein Kampf' abzubilden, verharmlost das eliminatorische Wirken der Nationalsozialisten und relativiert Hitlers ideologische Propagandaschrift 'Mein Kampf'", fügte er hinzu. Hitlers Schrift sei Wegbereiter des Massenmords der Nazis an den Juden gewesen.

Auf der Fotomontage auf dem Stern-Titel ist Trump zu sehen, wie er in eine US-Flagge gehüllt den Arm zum Hitlergruß hebt. Unter der Schlagzeile "Sein Kampf" heißt es weiter: "Neonazis, Ku-Klux-Klan, Rassismus: Wie Donald Trump den Hass in Amerika schürt."

Trumps Reaktion auf Charlottesville wurde zum Skandal

Trump hatte mit seiner Reaktion auf dieGewalt rechtsextremer Gruppen in der US-Stadt Charlottesville Mitte August für Empörung gesorgt. Der Präsident machte sowohl rassistische Gruppen als auch Gegendemonstranten für die Ausschreitungen verantwortlich. Eine 32-jährige Gegendemonstrantin war in Charlottesville getötet worden, als ein 20-jähriger Neonazi sein Auto offenbar absichtlich in eine Gruppe von Gegnern des Aufmarschs steuerte.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Asylstreit: CSU-Urgestein vergleicht Söder mit Trump - Streit in der Partei wächst

Horst Seehofer und Angela Merkel liefern sich einen erbitterten Asyl-Streit. Am Sonntag muss die Kanzlerin beim Mini-Gipfel der EU liefern - anderenfalls dürfte sich der …
Asylstreit: CSU-Urgestein vergleicht Söder mit Trump - Streit in der Partei wächst

Grünen-Abgeordnete gehen an Bord der "Lifeline"

Rom (dpa) - Zwei Grünen-Abgeordnete sind nach Angaben ihrer Bundestagsfraktion an Bord des im Mittelmeer blockierten deutschen Rettungsschiffs "Lifeline" gegangen.
Grünen-Abgeordnete gehen an Bord der "Lifeline"

Burkinis im Schwimm-Unterricht: Familien-Ministerin Giffey macht klare Ansage

Es ist eine symbolisch aufgeladene Frage: Dürfen muslimische Mädchen im Schwimmunterricht Burkinis tragen? Franziska Giffey sagt „Ja“ - zum Wohle der Kinder, wie sie …
Burkinis im Schwimm-Unterricht: Familien-Ministerin Giffey macht klare Ansage

Giffey spricht sich für Burkinis im Schwimmunterricht aus

Berlin (dpa) - Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat nichts dagegen einzuwenden, wenn Schulen im Schwimmunterricht Burkinis für muslimische Mädchen …
Giffey spricht sich für Burkinis im Schwimmunterricht aus

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.