Bundestagswahlen im Herbst

Kauder: Darum muss die CDU keine Angst vor Martin Schulz haben

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Volker Kauder: Die Union hat keine Angst vor Martin Schulz.

Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Schulz erhält auf Anhieb viel Zustimmung von den Deutschen. Unions-Fraktionschef Kauder lässt das kalt: Die CDU müsse ihn „nicht fürchten“. Er erklärt auch, warum. 

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat gelassen auf die Kanzlerkandidatur des früheren EU-Parlamentsvorsitzenden Martin Schulz (SPD) reagiert. Die Union müsse ihn „überhaupt nicht“ fürchten, sagte er am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. 

Die guten ersten Umfragewerte des neuen Spitzenmanns der SPD wertete Kauder als vorübergehend: „Das ist ein Effekt, den man immer wieder beobachten kann, wenn jemand neu auf die Bühne tritt, dass er eine gewisse Sympathie bekommt.“ Die Union soll sich seinen Worten zufolge davon nicht beirren lassen: „Wir müssen uns auf uns besinnen“, sagte Kauder.

Kauder: „Schulz muss sich erst noch beweisen“

Zudem ist aus seiner Sicht das Machtgefüge in der SPD noch nicht abschließend geklärt: „Es wird sich zeigen müssen, wer in der SPD das Sagen hat“, gab Kauder zu bedenken. Schulz müsse Führungskompetenz erst noch beweisen.

Für die weitere Zusammenarbeit in der Koalition bis zum Ende der Wahlperiode im Herbst zeigte sich Kauder optimistisch. „Ich glaube, dass wir die Projekte, die wir noch vor uns haben in der Koalition, auch schaffen.“ Er nannte etwa die strittige Verteilung des Haushaltsüberschusses von 6,2 Milliarden Euro: „Beim Haushaltsüberschuss bin ich ganz zuversichtlich, dass wir das dann in der nächsten Sitzungswoche (des Bundestags) schaffen.“

Hannelore Kraft hält Sieg der SPD möglich

Die SPD-Vizevorsitzende Hannelore Kraft hält dagegen einen Bundestagswahlsieg über die Union mit Martin Schulz für möglich. „Die SPD hat das Ziel als Gewinner aus der Bundestagswahl zu gehen“, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin am Donnerstag im Deutschlandfunk. Dies sei kein „unrealistisches Ziel“. Dies zeigten auch neueste Umfragen, in denen der designierte SPD-Kanzlerkandidat Schulz bei den persönlichen Werten gleichauf mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) liegt.

Kraft, die sich eigentlich für Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidaten ausgesprochen hatte, zeigte sich überzeugt, dass der frühere EU-Parlamentspräsident Schulz in Deutschland eine „neue Dynamik entfachen“ werde. Skepsis hinsichtlich mangelnder innenpolitischer Erfahrung von Schulz teilt die NRW-Regierungschefin nicht. Er sei seit vielen Jahren Mitglied der engeren Parteiführung, in der alle Probleme in Deutschland diskutiert würden. „Um diesen Punkt mache ich mir keine Sorgen.“ Schulz habe sich immer für mehr soziale Gerechtigkeit und eine starke Demokratie eingesetzt. Zudem habe er gegen Populisten und Vereinfacher gekämpft.

dpa

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