Von der Leyen nimmt Leichen in Empfang

Flugschreiber von ausgebranntem Kampfhubschrauber in Mali entdeckt

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU, M., Archivbild)
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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU, M., Archivbild)

Luftfahrtexperten der Bundeswehr haben einen von zwei Flugschreibern des abgestürzten Kampfhubschraubers in Mali gefunden. Das Gerät ist aber beschädigt.

Berlin - Deshalb wisse man nicht, ob man es auslesen könne, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag. Zwei Flugschreiber hätten sich im Tiger-Hubschrauber befunden, das zweite Gerät suche man immer noch. Ein Team von Experten der Bundeswehr ist seit Donnerstag vor Ort, um die Ursache des tödlichen Unglücks zu erforschen. Die Absturzstelle sei weiterhin gesichert.

Beim Absturz des Hubschraubers in Mali waren am Mittwoch zwei Soldaten ums Leben gekommen. Es sind die ersten Todesfälle von Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz seit 2015. Die Ursache ist nach wie vor ungeklärt. Allerdings gibt es bislang keinen Hinweis auf einen Abschuss. Die Mission Minusma der Vereinten Nationen (UN) soll zur Stabilisierung Malis und zur Umsetzung eines Friedensabkommens beitragen. Mehr als 890 Bundeswehrsoldaten sind vor Ort.

Von der Leyen nimmt Leichen der Absturzopfer in Empfang

Die beiden beim Absturz umgekommenen deutschen Soldaten sind unterdessen wieder in der Heimat. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nahm die Leichen der beiden Männer am Samstagabend im Kreise von Angehörigen und Kameraden auf dem Militärflughafen in Köln in Empfang. Sie waren mit einem Airbus der Luftwaffe am Samstag von Westafrika nach Hause geflogen worden. In einem Hangar begann am Abend eine kurze Trauerzeremonie, eine sogenannte Ehrenvolle Aufnahme. Sie fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Dabei wurden die Särge durch ein Spalier in einen Hangar getragen und sollten durch Militärseelsorger gesegnet werden. In einer Kapelle sollten sich die Angehörigen dann verabschieden könnten.

Am Samstag brach von der Leyen dann zu den deutschen Soldaten in Westafrika auf. Die Reise der Ministerin nach Mali und Niger war schon mehrere Wochen lang geplant. Allerdings wurde der Trip wegen des Hubschrauberunglücks vorgezogen und verlängert. Von der Leyen will in Westafrika mehr Zeit bei den Soldaten verbringen, auch ein Gottesdienst mit den Soldaten in Mali steht auf dem Programm.

Die beiden Soldaten aus Nordhessen waren am Mittwoch mit einem Tiger-Kampfhubschrauber in dem westafrikanischen Land Mali abgestürzt. Die Ursache wird noch untersucht. Es sind die ersten Todesfälle von Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz seit 2015.

dpa

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