„Das ist spalterisch“

Vor AfD-Parteitag: Gauland geht auf Petry los

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Können nicht sonderlich gut miteinander: Alexander Gauland (l) und AfD-Chefin Frauke Petry.

Berlin - Vor dem Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) hat der stellvertretende Bundesvorsitzende Alexander Gauland der Parteichefin Frauke Petry vorgeworfen, die Spaltung der Partei zu betreiben.

Update vom 18. Juli 2017: Frauke Petry hat es nicht in das AfD-Spitzenkandidaten-Team für die Bundestagswahl 2017 geschafft. Doch warum und wie tickt die ehemalige Unternehmerin? Hier erfahren Sie mehr. 

"Wenn ich einen Graben aufreiße, den es nicht gibt, dann ist das spalterisch", sagte Gauland in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Gauland nannte Petrys Zukunftsantrag, den die Parteivorsitzende auf dem Kölner Parteitag am Wochenende einbringen will, eine Luftnummer. Petrys Versuch, die AfD in einen realpolitischen und einen fundamentalistischen Teil auseinanderzudividieren, sei sinnlos. "Ich habe nie eine Fundamentalopposition gefordert, wie mir das Frauke Petry unterstellt", sagte Gauland in dem Zeitungsinterview. Damit werde der Eindruck von einer Spaltung in der Partei erzeugt, die es nicht gebe.

Zukunftsantrag zurückziehen? "Wäre eine kluge Entscheidung" 

Gauland rief indirekt dazu auf, den Zukunftsantrag der Parteivorsitzenden von der Tagesordnung zu nehmen. Es gebe in der AfD entsprechende Forderungen. "Das wäre eine kluge Entscheidung", sagte er. Für Zündstoff auf dem Parteitag könnte auch ein Antrag sorgen, mit dem das Parteiausschlussverfahren gegen den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke gestoppt werden soll. Falls dieser Antrag aufgerufen werde, werde er ihm zustimmen, sagte Gauland. Gegen Höcke läuft wegen mutmaßlicher Nähe zur NS-Ideologie ein Parteiausschlussverfahren.

Petry will die AfD auf dem Bundesparteitag in Köln (alle Informationen bei Merkur.de) zu einer Entscheidung zwingen zwischen dem von ihr favorisierten "realpolitischen Weg einer bürgerlichen Volkspartei" und einer fundamentaloppositionellen Strategie, als deren Vertreter sie Gauland benennt. Auf eine Spitzenkandidatur im Bundestagswahlkampf verzichtet Petry.

Am Donnerstag hatte Gauland sich noch kompromissbereit gezeigt. Er halte Petrys Antrag zwar weiterhin für "Unsinn", sagte Gauland dem "Tagesspiegel". "Aber wenn mein Name da rauskommt, kann man dem Antrag zustimmen."

Lesen Sie auch: Offen gegen Petry: Gauland warnt vor „fürchterlichem“ AfD-Streit

afp

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