Wahlauftakt in NRW: Knappes Rennen erwartet

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Ministerpräsident Jürgen Rüttgers regiert seit fünf Jahren in Nordrhein-Westfalen.

Düsseldorf - In Nordrhein-Westfalen hat am Sonntagmorgen die einzige Landtagswahl dieses Jahres in Deutschland begonnen. Ihr Ausgang wird mit großer Spannung erwartet.

Update vom 29. März 2017: Nordrhein-Westfalen darf wieder an die Wahlurne. Es ist das dritte Bundesland im Superwahljahr 2017, das ein neues Parlament wählt. Wir haben hier für Sie alle wichtigen Fragen zur Landtagswahl 2017 in Nordrhein-Westfalen für Sie beantwortet.

Vom Wahlsausgang wird auch die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat abhängen. Die Wahllokale öffneten um 08.00 Uhr und schließen um 18.00 Uhr, das vorläufige amtliche Endergebnis wird möglicherweise erst nach Mitternacht vorliegen.

Wer in welchem Bundesland regiert

Schwarz-Gelb, Rot-Rot, Schwarz-Rot, Schwarz-Grün, Rot-Grün oder Jamaika: Welche Parteien regieren welches Bundesland? Ein Überblick über den politischen Fleckenteppich der Bundesrepublik Deutschland. © dpa
Niedersachsen: Rot-Grün. Die CDU/FDP-Koalition von Ministerpräsident David McAllister ist am 20. Januar 2013 nach zehn Jahren abgewählt worden. Nach der 17. Landtagswahl haben SPD und Grüne im Parlament allerdings nur eine Stimme Mehrheit. Neuer Ministerpräsident wird der bisherige hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil. © dpa
Schleswig-Holstein: Torsten Albig (SPD). Bei der vorgezogenen Landtagswahl im Mai 2012 löste der vorige Oberbürgermeister von Kiel den bisher regierenden Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen ab. Seit 12. Juni 2012 regiert eine Koalition aus SPD, Grünen und SSW (Südschleswigischer Wählerverband). Nächste Landtagswahl: 2017. © dpa
Bayern: Schwarz. Ministerpräsident ist Horst Seehofer (CSU). Die Christlich-Soziale Union hatte von 1962 bis 2008 die absolute Mehrheit in Bayern inne. Nach der Landtagswahl 2008 regierte die CSU eine Legislaturperiode lang in einer Koalition mit der FDP. Seit der Landtagswahl im september 2013 regieren Seehofer & Co. wieder alleine.S © dpa
Brandenburg: Rot-Rot. Die SPD stellt seit 1990 den Ministerpräsidenten und regiert aktuell mit der Linkspartei. Matthias Platzeck amtierte seit 2002, musste 2013 aber sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Am 28. August 2013 wurde Dietmar Woidke zum Nachfolger gewählt. Nächste Landtagswahl: 2014. © dpa
Bremen: Rot-Grün. Bürgermeister ist seit dem 8. November 2005 Jens Böhrnsen (SPD). Er regiert in einer Koalition mit den Grünen. Die SPD stellt seit 1945 den Bürgermeister. Nächste Wahlen zur Bürgerschaft: 2015. © dpa
Hamburg: Rot-Grün. Die SPD hat unter Olaf Scholz im Februar 2011 nach fast zehn Jahren Opposition das Hamburger Rathaus zurückerobert. Nach dem Bruch der schwarz-grünen Koalition im vorherigen November wurden Neuwahlen ausgerufen. Nächste Bürgerschaftswahl: 2015. © dpa
Hessen: Schwarz-Grün. Die CDU stellt seit 1999 den Ministerpräsidenten in Hessen. Roland Koch regierte das vormalige sozialdemokratische "Stammland"  seit 1999. 2010 zog er sich aus der Politik zurück. Am 31. August 2010 wurde Innenminister Volker Bouffier (CDU) zu Kochs Nachfolger gewählt. Die Landtagswahl 2013 sorgte für ein Novum: Weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün fanden beim Wähler eine Mehrheit, daher kam es schließlich zur ersten schwarz-Grünen Koalition in einem Flächenland.  © dpa
Nordrhein-Westfalen: Nach der vorgezogenen Landtagswahl am 13. Mai 2012 ergab sich eine Mehrheit für Rot-Grün. Ministerpräsidentin ist Hannelore Kraft von der SPD. Zuvor hatte die Koalition bereits als Minderheitsregierung seit Juli 2010 regiert. © dpa
Rheinland-Pfalz: Rot. 18 Jahre lang regierte hier Kurt Beck. Im Januar 2013 erfolgte dann der Wechsel: Becks Sozialministerin Marie-Luise "Malu" Dreyer ist seine Nachfolgerin. Die nächste wahl findet 2016 statt. © dpa
Saarland: Schwarz-Rot. Annegret Kramp-Karrenbauer übernahm im August 2011 das Ministerpräsidentenamt von Peter Müller (CDU), der seit 1999 regierte. Er hatte das erste Jamaika-Bündnis in Deutschland aus CDU, FDP und Grünen gezimmert. Doch die Koalition hat sich im Januar 2012 wegen interner Querelen bei der FDP aufgelöst. Neuwahlen machten die CDU zur stärksten Partei, am 9. Mai wurde Kramp-Karrenbauer als Vorsitzende einer Großen Koalition mit der SPD im Saarbrücker Landtag wiedergewählt. © dpa
Saschen-Anhalt: Schwarz-Rot. Seit April 2011 ist Reiner Haseloff der neue Ministerpräsident. Er regiert in einer Großen Koalition mit der SPD. Nächste Landtagswahl: 2016. © dpa
Mecklenburg-Vorpommern: Minsterpräsident Erwin Sellering (SPD) regierte von 2006 bis 2011 in einer Großen Koalition mit der CDU. Die SPD stellt seit 1998 den Ministerpräsidenten in "Meck-Pom". Bei den Wahlen im September 2011 gingen die Genossen erneut als Sieger hervor, und führen die Koalition mit der CDU fort. Nächste Landtagswahl: 2016. © dapd
Sachsen: Schwarz-Gelb. Seit der Wiedervereinigung stellt die CDU in Sachsen ununterbrochen den Ministerpräsidenten. Stanislaw Tillich regiert seit Herbst 2009 in einer Koalition mit der FDP. Nächste Landtagswahl: 31. August 2014. © dpa
Thüringen: Schwarz-Rot. Die CDU regiert Thüringen seit der Wiedervereinigung. Christine Lieberknecht wurde im Herbst 2009 zur Ministerpräsidentin gewählt. Sie ist die erste weibliche Landesfürstin der Christdemokraten. Lieberknecht regiert in einer Großen Koalition mit der SPD. Nächste Landtagswahl: 14. September 2014. © dpa
Berlin: Rot-Schwarz. Klaus Wowereit (SPD) regiert die Hauptstadt seit 2002. Bei den Wahlen Mitte September 2011 feierte "Wowi" den dritten Wahlsieg in Folge. Als Koalitionspartner agiert die CDU. Nächste Wahlen zum Abgeordnetenhaus: 2016 © dapd
Baden-Württemberg: Grün-Rot. 2011 hat eine Koalition aus Grünen und SPD die seit 1953 regierende CDU im "Ländle" abgelöst. Ministerpäsident Winfried Kretschmann (Grüne) saß zuvor als Fraktionsvorsitzender der Grünen im baden-württembergischen Landtag. Nächste Landtagswahl: 2016. © dpa

Seit fünf Jahren regiert im bevölkerungsreichsten Bundesland eine Koalition aus CDU und FDP unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Nach Umfragen erscheint die schwarz-gelbe Mehrheit in Düsseldorf jedoch gefährdet. Bei einer Niederlage der Koalition würden Union und FDP auch ihre knappe Mehrheit in der Länderkammer einbüßen, so dass wichtige Vorhaben der Koalition im Bund wie Steuerreform und Gesundheitspauschale in Gefahr wären. Aufgrund der Umfragen war die Koalitionsfrage immer mehr ins Zentrum des nordrhein-westfälischen Wahlkampfs gerückt. CDU und FDP zeigten sich bei entsprechender Mehrheit entschlossen zur Fortsetzung ihrer gemeinsamen Landesregierung.

SPD und Grüne streben eine Wiederauflage der 2005 gestürzten rot-grünen Koalition an, für die nach den Umfragen eine Mehrheit aber ebenfalls fraglich erscheint. Rechnerisch möglich könnten demnach vielleicht nur eine große Koalition, Schwarz-Grün oder Rot-Rot-Grün sein.

13,5 Millionen Wahlberechtigte

Ingesamt sind am Sonntag an Rhein und Ruhr rund 13,5 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen. Um die mindestens 181 Mandate bewerben sich insgesamt 25 Parteien. Erstmals können die Bürger in Nordrhein-Westfalen wie bei der Bundestagswahl auf jedem Stimmzettel zwei Kreuze machen: Die Erststimme bestimmt über die Direktmandate in den 128 Wahlkreisen. Mit der Zweitstimme wird die Landesliste einer Partei gewählt. Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2005 war die CDU mit 44,8 Prozent und 89 Mandaten stärkste Partei geworden. Die SPD kam vor fünf Jahren auf 37,1 Prozent und 74 Sitze im Düsseldorfer Landtag. Drittstärkste Partei wurden die Grünen mit 6,2 Prozent und 12 Abgeordneten ganz knapp vor der FDP mit ebenfalls 6,2 Prozent und 12 Parlamentariern. Die Linke war 2005 noch getrennt angetreten, wobei die WASG auf 2,2 Prozent und die PDS auf 0,9 Prozent gekommen waren. Die Wahlbeteiligung lag vor fünf Jahren bei 63,0 Prozent.

dapd

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