Fremdenfeindliche Aktion

Wahllokal für Migranten in Sachsen-Anhalt zugemauert

+
"No way" hatten die Fremdenfeinde auf die Mauer gesprüht, die den Weg ins Wahllokal versperrte.

Halle - Zwei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist in Halle der Zugang zu einem Probewahllokal für Migranten zugemauert und mit dem Schriftzug „No way“ besprüht worden.

Zudem wurde in der Nacht zum Freitag der Eingang zu einem Begegnungstreff für Flüchtlinge mit einer Plastikkette verhängt und die Hauswand mit fremdenfeindlichen Plakaten beklebt. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz übernahm in beiden Fällen die Ermittlungen.

„Es liegt ein Anfangsverdacht gegen eine Person vor“, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag in Halle mit Blick auf das zugemauerte Wahllokal. Es habe eine erste Befragung gegeben. Im Internet bekannte sich eine mutmaßlich rechte Gruppierung zu den Aktionen.

Bei dem Wahllokal handelt es sich um einen von 14 Orten in Sachsen-Anhalt, an denen Menschen ohne deutschen Pass am Freitag symbolisch ihre Stimme für eine Partei abgeben konnten. Damit sollten Migranten mit dem politischen System in Deutschland vertraut gemacht werden. Für die Landtagswahl am Sonntag zählen die Stimmen nicht.

Die Ziegelsteine wurden am Freitagvormittag abgerissen, das Wahllokal in Halle konnte wie geplant öffnen, wie eine Sprecherin des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt sagte. Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh verurteilte den Angriff. „Wir haben hier in Deutschland mit Mauern ausgesprochen schlechte Erfahrungen gemacht“, sagte der SPD-Politiker. Diejenigen, die gegen Flüchtlinge seien, dürften nicht das letzte Wort behalten.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Trump und Putin mit verkrampften Versuch des Neuanfangs

Russland jubelt, die USA kritisiert ihren Präsidenten: Das Treffen von Wladimir Putin und Donald Trump sollte einen Neuanfang symbolisieren. Das misslang völlig.
Trump und Putin mit verkrampften Versuch des Neuanfangs

Trump und Putin wagen verkrampften Versuch des Neuanfangs

Russland jubelt, in den USA hagelt es Kritik am eigenen Präsidenten: Das Treffen von Wladimir Putin und Donald Trump in Helsinki sollte vor den Augen der Welt einen …
Trump und Putin wagen verkrampften Versuch des Neuanfangs

Puigdemont ruft neue katalanische Separatistenbewegung ins Leben

Aus dem Exil gründet der ehemalige Regionalpräsident Kataloniens, Carles Puigdemont, eine neue separatistische Bewegung. Das Ziel ist eine katalanische Republik.
Puigdemont ruft neue katalanische Separatistenbewegung ins Leben

Abschiebung von Sami A. Tage im Voraus geplant

Den Islamisten Sami A. wollten Nordrhein-Westfalen und Innenminister Seehofer schon lange loswerden. Nun ist er wieder in Tunesien. Und die Zweifel am Vorgehen der …
Abschiebung von Sami A. Tage im Voraus geplant

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.