Lehrermangel an Schulen

Warnung vor "Pädagogen-Produktion im Schnellverfahren"

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Nach Meinung des Präsidenten des Lehrerverbandes wäre es fatal, wenn Berufspraktiker aus völlig schulfremden Bereichen von heute auf morgen eine Anstellung als Lehrkraft erhielten und sofort unterrichten dürften. Foto: Daniel Bockwoldt/Symbolbild

Es ist falsch zu glauben, jeder könne mal schnell Pädagoge sein. Wochenendkurse reichen dabei nicht aus.

Berlin (dpa) - Der Lehrermangel insbesondere an Grundschulen darf aus Sicht des Deutschen Lehrerverbandes nicht durch eine "Pädagogen-Produktion im Schnellverfahren" bewältigt werden.

"Es kommt auf die Qualität an - das gilt auch hier", sagte der Präsident des Verbandes, Heinz-Peter Meidinger, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wenn bei den Neueinstellungen der Anteil der Seiten- und Quereinsteiger an manchen Schularten die 40-Prozent-Marke überschreitet - wie etwa in Berlin oder Sachsen -, dann ist das ein echtes Problem."

Er halte es auch für fatal, wenn Berufspraktiker aus völlig schulfremden Bereichen von heute auf morgen eine Anstellung als Lehrkraft erhielten und sofort unterrichten dürften. Es sei falsch zu glauben, jeder könne mal schnell Pädagoge sein. Wochenendkurse reichten nicht aus. "Wenn die pädagogische Nachqualifizierung hochwertig ist und die Quereinsteiger gut vorgebildet sind, dann herzlich willkommen", fügte Meidinger allerdings auch hinzu.

Der in aktuellen Tests festgestellte Leistungsabfall von Grundschülern ist aus seiner Sicht ein "Alarmsignal". Die Grundschulen seien hoffnungslos überfordert. "Es rächt sich, dass ihnen immer neue Herausforderungen aufgeladen werden", sagte Meidinger. Als Probleme nannte er unter anderem: immer mehr Kinder mit Zuwanderungshintergrund sowie die überhastet eingeführte Inklusion, also die Auflösung von Förderschulen. Damit müssten Lehrkräfte oft ohne jede Unterstützung fertig werden. "Dazu wurde die Grundschule in den letzten Jahrzehnten Experimentierfeld für unausgegorene Reformen."

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