Flucht aus der Heimat

Wegen Foto mit „Miss Israel“: Verwandte von „Miss Irak“ fliehen

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Selfie mit großem Medienecho: Miss Israel und Miss Irak bei der Wahl zur „Miss Universe“ in Las Vegas.

Miss Irak Sarah Idan zieht in ihrer Heimat gleich aus zwei Gründen Ärger auf sich: Wegen Bikini-Bildern und einem gemeinsamen Selfie mit Miss Israel. Nun gibt es weitreichende Konsequenzen.

Tel Aviv - Ein gemeinsames Foto mit Israels Schönheitskönigin hat für „Miss Irak“ und ihre Familie unangenehme Folgen: Wegen Anfeindungen und Drohungen seien Verwandte der 27 Jahre alten Sarah Idan vorübergehend aus dem Irak in die USA geflohen, meldete die israelische Nachrichtenseite Hadashot News. Sie berief sich dabei auf Aussagen von „Miss Israel“, Adar Gandelsman.

Idan selbst verbreitete einen Artikel über die Flucht ihrer Familie am Freitag über Twitter und schrieb dazu: „Ich bin weder die erste noch die letzte Person, die wegen einer Angelegenheit der persönlichen Freiheit Verfolgung ausgesetzt ist.“

Statement für Frieden sorgen für Ärger in der Heimat - und Bikini-Bilder

Die beiden Frauen hatten sich Mitte November bei der Wahl der „Miss Universe“ in Las Vegas gemeinsam ablichten lassen und Bilder über Instagram im Internet verbreitet. Idan schrieb dazu: „Frieden und Liebe von Miss Irak und Miss Israel.“ Die Bilder lösten im Irak große Empörung aus, auch weil Idan im Bikini aufgetreten war.

Idan erklärte danach über Instagram, mit dem Bild habe sie nur ihren Wunsch nach Frieden zwischen allen Ländern ausdrücken wollen. Es sei nicht darum gegangen, die israelische Regierung zu unterstützen. Die in Bagdad geborene Schönheitskönigin lebt unter anderem in den USA.

„Sie ist eine sehr intelligente Frau, und sie hat es getan, damit die Menschen verstehen, dass es möglich ist, zusammen zu leben“, sagte Gandelsman Hadashot News. Idan und sie hätten sich am zweiten Tag des Wettbewerbs getroffen und gut miteinander verstanden. „Seither stehen wir in Kontakt und reden die ganze Zeit.“ Gandelsman selbst hatte auf ihrer Instagram-Seite neben das Bild geschrieben: „Darf ich vorstellen, das ist Miss Irak, und sie ist wunderbar.“

Nach den Äußerungen von US-Präsident Donald Trump bezüglich Jerusalem gibt es auch in Deutschland zunehmende Diskussionen um den Konflikt zwischen arabischer Welt und Judentum. Zuletzt forderte die Berliner Staatssekretärin von Muslimen mehr Einsatz gegen Antisemitismus.

dpa

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